08. Oktober 2018 - Zusammenführung 3: Hund und Katze aneinander gewöhnen.

Hund und Katze friedlich auf dem TeppichWir alle kennen die vielen süßen Videos von kuschelnden Hunden und Katzen – und auch die, in denen der Hund die Katze jagt, die ihn ohrfeigt. Hund und Katze als Wohngemeinschaft funktioniert, wenn man ein paar Dinge beachtet.


In vielen Familien leben Hund und Katze sehr liebevoll zusammen. Allerdings wird es schwierig, wenn man die beiden unterschiedlichen Spezies tatsächlich unvorbereitet aufeinander loslässt. Die friedliche Zusammenführung von Hund und Katze ist ein Projekt, das zwar Vorbereitung, Zeit, Geduld und ein paar hilfreiche Tipps benötigt, aber dann auch von Erfolg gekrönt ist.
 

Warum ist es so schwer, Hund und Katze zu vergesellschaften


Hund und Katze sind nicht nur unterschiedlich, sondern ihre Kommunikation und Verhaltensweisen sind gegensätzlich und daher extrem missverständlich. Hier ein paar Beispiele:
  • Die Katze ist ein natürliches Beutetier des Wolfes, von dem der Hund abstammt. Zudem ist die kleine Katze den größeren Hunderassen kräftemäßig unterlegen.
  • Der Hund jagt im Rudel, die Katze allein.
  • Der Hund springt um die Katze herum und hebt seine Pfote an, um zum Spielen aufzufordern. Für die Katze ist dies eine eindeutige angriffslustige Warnung.
  • Das zufriedene Schnurren der Katze kommt als bedrohliches Knurren beim Hund an.
  • Und dann der Schwanz. Der Hund wedelt vor Freude mit ihm, die Katze signalisiert damit.... nun ja: zumindest keine Freude.


  Für beide Tiere ist es schwierig, erst einmal zu erkennen, dass die Körpersprache der jeweils anderen Spezies völlig unterschiedlich zu bewerten ist.
 

Grundsätzliches für die Zusammenführung von Hund und Katze


Hunde und Katze müssen die Gebärden des anderen lernen. Eine Annäherung von Hund und Katze kann niemals erzwungen werden.

Eine langsame Vergesellschaftung ist zudem sehr wichtig, damit sichergestellt wird, dass nicht gleich das erste Date von Hund und Katze einen negativen Nachgeschmack bei beiden hinterlässt, was die Zusammenführung erheblich erschweren und verlängern würde.

Das Aneinandergewöhnen von Hund und Katze ist in der Regel einfacher, wenn der Hund zuerst in der Familie war und die Katze später hinzukommt.
 

Charaktere von Hund und Katze und ihren Einfluss auf die Zusammenführung


Auch die individuellen Charaktere von Hund und Katze sowie die jeweiligen Vorbelastungen der Tiere haben einen Einfluss darauf, wie gut und schnell das friedliche Zusammenleben funktioniert.

Es gibt folgende Erfahrungswerte für die Gewöhnung von Katze und Hund:
  • Hund und Katze sollten ein ähnliches Temperament haben: ruhig zu ruhig und lebhaft zu lebhaft.
  • Welpen (bis zum ersten Lebensjahr) und Kitten (bis zu sechs Monaten) lassen sich besonders leicht aneinander gewöhnen, da sie in der Regel noch keine schlechten Erfahrungen mit der jeweils anderen Spezies gesammelt haben und noch relativ offen für Neues sind.
  • Wenn der Hund ein ausgeprägtes Jagdverhalten hat, könnte die Gewöhnung der Katze an den Hund schwierig werden. Hütehunde lassen sich dagegen leichter mit Katzen zusammen halten.
  • Auch besonders ängstliche Katzen oder Hunde lassen sich nur schwer vergesellschaften.


Bei längerfristigen Problemen ist es ratsam, einen professionellen Tiertrainer oder Hundetrainer mit hinzuzuziehen.
 

Hund und Katze aneinander gewöhnen: Phase 1 - Vorarbeiten und Planen


Mit ein paar Vorbereitungen, bevor das zweite Tier zu Hause ankommt, kann die Vergesellschaftung schneller und erfolgreicher gelingen:
  • Eine Auffrischung der Grunderziehung und vor allem von wichtigen Kommandos beim Hund kann sehr hilfreich sein, vor allem von "Sitz", "Platz", "Bleib" und "Komm".
  • Textilien, wie Decken, auf denen Katze und Hund gelegen haben, können ausgetauscht werden, damit der fremdartige Geruch schon vertraut wird. Dies kann auch durch künstliche Katzen- oder Hundepheromone erreicht werden.
  • Bell- und Winsellaute des Hundes können aufgenommen und der Katze erst leise, dann zunehmend lauter vorgespielt werden. Dasselbe gilt umgekehrt für das Schnurren und Miauen einer Katze.
  • So sollte ebenfalls darauf geachtet werden, dass der Hund auch bei Spaziergängen oder im Garten niemals einer Katze hinterher rennt.
 

Hund und Katze aneinander gewöhnen: Phase 2 - Das neue Haustier zieht ein.


Es empfiehlt sich, die Katze und den Hund bei dem Einzug ein paar Tage getrennt voneinander zu halten, was auch Futter und Katzenklo einschließt. Dies kann eine völlige Trennung oder eine mit Sichtkontakt sein, wie mit einer Kinderabsperrung oder einer Netztüre. Bei Verwendung einer Kinderabsperrung sollte die Türe fest verschlossen werden, bevor Mensch das Haus verlässt - denn eine Kinderabsperrung hält eine Mieze natürlich nicht auf.

Weiterhin sollte die Samtpfote die neue Umgebung stressfrei erforschen können, beispielsweise in der Zeit, in der der Hund spazieren geht. Rückzugsorte für die Katze, wie kleine Durchgänge oder höher gelegene Orte, wo der Hund nicht hinkommt, sollten in der Wohnung vorhanden sein.
 

Hund und Katze aneinander gewöhnen: Phase 3 - Das erste Date.


Der Hund und die Katze treffen erstmalig aufeinander. Hier ein paar Tipps:
  • Bei dem ersten Date der beiden ungleichen Tiere sollten mindestens zwei Personen anwesend sein, die jeweils eines der Haustiere bewacht, anweist und beschützt.
  • Ein neutraler Raum, zu dem die beiden Haustiere keinen engeren Kontakt haben, ist von Vorteil.
  • Genügend Rückzugsorte für die Katze, in denen sie sich vor dem Hund schützen kann, sollten vorhanden sein.
  • Alle störenden oder Schrecken sowie Angst auslösende Reize, wie Fernsehen, sollten vermieden werden.
  • Der Hund sollte beim ersten Zusammentreffen an der Leine gehalten werden und je nach Temperament auch einen Maulkorb tragen. Wenn er der Katze hinterjagen möchte, sollte der Hund mit einem Lieblingsspielzeug und Gehorsamkeitsbefehlen abgelenkt werden.
  • Der Hund sollte vor diesem Date körperlich ausgepowert worden sein und beide sind vor diesem Zusammentreffen gefüttert worden.
  • Die Katze soll keinesfalls zu einer Kontaktaufnahme mit dem Hund gedrängt werden.
  • Bereits kleine Schritte zu einem gewünschten, friedlichen Verhalten werden bei beiden Felltieren mit großem Lob und Leckerchen belohnt.
  • Die Begegnungseinheiten sollten zehn, später fünfzehn Minuten nicht überschreiten.
  • Tägliches Üben ist erfolgsversprechend.
 

Hund und Katze aneinander gewöhnen: Phase 4 - Freie Begegnung.


Wenn die letzten Male der kontrollierten Begegnung friedlich abgelaufen sind, dürfen sich die beiden Haustiere nun frei begegnen.

Bei entstehender Aggressivität ist sofort einzugreifen. Erst, wenn sich Katzen und Hunde so sehr aneinander gewöhnt haben, dass ungefähr einen Monat lang keinerlei Angriffe mehr gezeigt werden, ist eine ständige Überwachung der beiden nicht mehr nötig.

Allerdings ist zukünftig noch Folgendes zu beachten:
  • Um Futterneid und damit aggressive Handlungen zu vermeiden, sollten die zusammengeführten Haustiere getrennt gefüttert werden.
  • Der Hund muss verstehen, dass die Katzentoilette in jeder Hinsicht ein Tabu für ihn ist.
  • Dem Hund und der Katze sollten gleich viel Aufmerksamkeit geschenkt werden, um Rivalitäten vorzubeugen.


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