Wie Hund & Katz?

Hund und Katze schmusen miteinander.
So klappt das Zusammenleben der unterschiedlichen Vierbeiner!

Wenn mich jemand fragt, ob ich ein Hunde- oder Katzenmensch bin, zögere ich immer. Ich bin mir nämlich selbst nicht ganz sicher. Aufgewachsen bin ich mit Hunden. Mein Vater wollte leider keine Katzen im Haus. Aber Katzen haben mich von frühester Kindheit an fasziniert. Kein Wunder also, dass ich in meinen ersten eigenen vier Wänden sofort eine Samtpfote hatte. Da ich damals allerdings nicht so viel Ahnung von Katzen hatte und das Internet noch in weiter Ferne lag, habe ich diese besagte Katze in vielen Dingen einfach wie einen Hund behandelt. Zum Glück war diese Perserdame nicht nachtragend und zudem profitierte sie davon, dass ich der Meinung war, man könne auch eine Katze überallhin mitnehmen. Mittlerweile habe ich Hund und Katzen und es funktioniert hervorragend. Vielleicht auch deshalb, weil ich sowieso jedes Tier als Individuum betrachte, unabhängig von der Spezies. Aber natürlich gibt es einige grundlegende Tipps und Ideen, wie die Zusammenführung von Hund und Katze besser funktioniert. Oftmals ist das dann auch der Beginn einer sehr schönen Freundschaft.

 

Der Anfang wird gemacht

Meist gibt es in einem Haushalt schon entweder Katzen oder Hunde, bevor die andere Sorte hinzukommt. Die Gründe sind so vielfältig wie die Halter selbst. Vom zugelaufenen Kätzchen bis hin zu unterschiedlichen Vorlieben von Paaren ist alles möglich. Wichtig ist, dass man sich selbst und den Tieren keinen Druck macht. Erwartungshaltungen sind vollkommen fehl am Platze. Egal, wie oft man selbst vielleicht schon Hund und Katze zusammengeführt hat, es ist immer wieder anders. Einige wichtige Grundregeln sollte man allerdings immer beachten
 
  • Vergesellschaften Sie nach Möglichkeit nur Tiere ohne psychische Auffälligkeiten oder besondere Ängste
  • Nehmen Sie sich Zeit für die Tiere. Ein zweiwöchiger Urlaub ist perfekt für die Eingewöhnungsphase.
  • Schaffen Sie Rückzugsmöglichkeiten für Hund und Katze, die dem anderen Tier nicht zugänglich sind.
  • Behandeln Sie beide Tiere gleich und verteilen Sie ihre Aufmerksamkeit gerecht.
  • Suchen Sie keinen Schuldigen, sondern schimpfen bei Fehlverhalten immer mit beiden Tieren.
  • Loben Sie im Gegenzug auch immer beide Tiere, wenn etwas gut klappt.

Am einfachsten ist es sicher, zwei Jungtiere zusammen aufzuziehen. So gewöhnen sich Hund und Katze nahezu spielerisch daran, dass der Kumpel etwas anders ist als man selbst. Ist ein Tier deutlich älter, muss immer aufgepasst werden, dass das Jungtier keinen Schaden nimmt. Eifersüchtige Hunde schnappen auch schon mal nach einem Katzenkind, wenn es zu penetrant wird. Notfalls muss der Hund mit einem weichen Maulkorb gesichert werden, damit nichts passiert. Andersrum muss der Hund vor bösen Krallenangriffen der Katze geschützt werden. Eine Zusammenführung nur unter Aufsicht sind hier selbstverständlich.

 

Die unterschiedliche Körpersprache von Hunden und Katzen

Wir alle wissen, dass Hunde und Katzen unterschiedlich interagieren. Katzen schnurren aus Wohlbehagen, oder wenn sie sich nicht gut fühlen. Der Hund hingegen knurrt, wenn ihm eine Situation nicht gefällt. Hund und Katze müssen also die Sprache des anderen lernen. So etwas funktioniert natürlich nicht von heute auf morgen. Nach den ersten zwei, drei Wochen, in denen sich erst einmal die Aufregung legen muss, beginnt das Kennenlernen. Diese Phase kann einige Monate dauern. Vor allem Hunde verstehen Katzen nicht immer komplett, aber das ist wohl etwas, was sie mit uns Menschen gemeinsam haben. Katzen sind sehr komplexe Tiere und nicht immer einfach zu lesen. Für Hunde gibt es meist nur Freund oder Feind, während Katzen auch einfach mal schlechte Laune haben und dann zickig reagieren. Gerade noch hat die Katze mit dem Hund gespielt und plötzlich jault der arme Kerl, weil es einen Pfotenhieb auf die Nase gab. Katzen wechseln ihre Meinung manchmal sehr schnell, ob sie gerade spielen wollen oder lieber doch nicht.
 

Man liest immer wieder in Ratgebern, dass es Tiere gibt, die sich nie aneinander gewöhnen. Ich selbst kann das so nicht bestätigen. Solange kein Tier verhaltensauffällig ist, vertragen sich alle über kurz oder lang. Sie werden sich vielleicht nie wirklich lieben, aber ein friedliches Miteinander ist durchaus möglich. Ich rate deshalb ab, Tiere einfach nach einer kurzen Probephase wieder abzugeben. Meist sind nämlich gar nicht die Tiere schuld, sondern die Halter sind zu ängstlich oder zu wenig energisch bei der Erziehung.

 

Die wenigsten Tiere sind gegenüber einem Familienmitglied, egal, ob es nun zwei oder vier Beine hat, aggressiv. Sie reagieren meist nur auf Ungerechtigkeiten in der Verteilung der Zuneigung, des Futters oder gar des Spielzeugs. Ich suche selten nach dem Schuldigen, da ich nie genau weiß, was an nonverbalen Aktionen hinter meinem Rücken gelaufen ist. Es werden immer alle Beteiligten ausgeschimpft oder gelobt. So verstehen die Tiere auch sehr schnell, dass sie nur gemeinsam etwas erreichen. Geduld und Gelassenheit sind der Schlüssel zum Erfolg.

 

Tieranfängern würde ich raten, nur Jungtiere zusammenzuführen oder sich doch erst einmal auf eine Spezies zu beschränken. Ansonsten ist man als Halter schnell überfordert und das spiegelt sich dann auch im Verhalten der Tiere wieder. Es versteht sich von selbst, dass Tiere aus schlechten Verhältnissen und mit besonderen Auffälligkeiten nur zu erfahrenen Menschen gehören. Denn selbst erfahrene Halter kommen mit besonderen Problemen oft an ihre Grenzen.

 

Mein Fazit zu Hunden und Katzen

Ich praktiziere es jetzt schon viele, viele Jahre, dass bei uns immer ein Hund im Haushalt mit mehreren Katzen lebt. Im Normalfall finden die Katzen den Hund etwas lästig, andererseits ist er aber auch ein toller Knuddelpartner. Die Hunde hingegen werden oft einmal ratlos schauen, wenn sie die Katzen nicht verstehen. Aber diese kleinen Probleme sorgen nicht dafür, dass es nicht von beiden Seiten eine große Zuneigung gibt. Es lohnt sich durchaus, dieses Abenteuer zu beginnen, denn es bietet viele spannende, lustige und auch rührende Momente.

 

Die Autorin.
Mela Stephan hat selbst 4 Katzen und einen Hund und betreibt eine private Katzen-Nothilfe.
Außerdem ist sie Autorin im Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
Mela Stephan - Autorin beim Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
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Das Bild zeigt eine Cartoon-Schlange, die große Augen macht.

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