19. Juni 2019 - Vierbeiner und Urlaub – wie Sie dieses Problem zu aller Zufriedenheit lösen

Endlich die Seele baumeln lassen - der Urlaub. Egal, ob Hund, Katze oder Kaninchen, Haustiere sind oft nicht vereinbar mit dem jährlichen Erholungsurlaub. Viele Tierliebhaber stehen deshalb vor dem Dilemma, entweder nicht in den Urlaub zu fahren oder erst gar kein Tier anzuschaffen. Doch natürlich geht es auch anders. Niemand muss auf seinen wohlverdienten Urlaub verzichten, nur weil er Hund oder Katze sein Eigen nennt. Es gibt eine Menge guter Lösungen, mit denen Tier und Halter zufrieden sein können. Ich stelle Ihnen einige Lösungen vor und Sie können anhand dieser Ideen einmal schauen, was sich am besten umsetzen lässt.

Hunde, Katzen und Kleintiere lassen sich meist sehr gut in einer entsprechenden Pension versorgen. Hier gilt es allerdings, eine Tierpension zu finden, die auch wirklich gut arbeitet. Eine andere Möglichkeit sind Tierschutzvereine, die oft private Pflegestellen vermitteln. Fragen Sie einfach beim örtlichen Tierheim oder bei den entsprechenden Vereinen nach. Oft kann man Ihnen dort Anlaufstellen nennen. Die Mitnahme von Hund und Katze ist oftmals auch möglich. Viele Menschen verreisen mit ihren Vierbeinern. Zudem gibt es selbstverständlich die Möglichkeit, dass sich Verwandte oder Freunde um die Tiere kümmern. Dies sollte allerdings immer gut abgeklärt werden. Zu guter Letzt finden sich gerade in Großstädten Zusammenschlüsse, die darauf basieren, dass man sich gegenseitig hilft. Das bedeutet, dass man selbst auch zum Tiersitter wird, wenn jemand in Urlaub fahren möchte. All diese Möglichkeiten beleuchte ich Ihnen in separaten Artikeln, sodass Sie viele wichtige Informationen finden können.

 

Die Hunde- oder Katzenpension

Diese Art der Tierversorgung ist weit verbreitet. Ihr Tier wird in der Pension abgegeben und dort gepflegt. Klären Sie unbedingt, welche Regeln in der jeweiligen Pension gelten. Denn je nach Anbieter müssen die Tiere vollständig geimpft sein. Auch die Verträglichkeit mit Artgenossen und eine Haftpflichtversicherung gehören häufig zu den geforderten Features. Da sich Hunde und Katzen ganz unterschiedlich verhalten, sind auch die Anforderungen etwas abweichend. Deshalb kann es sein, dass nicht alle Punkte relevant sind, die es vorab zu kontrollieren gilt.
 

Als kleine Hilfe habe ich eine Checkliste gemacht, damit Sie erkennen können, ob die Tierpension gut geführt wird.

  • Wird darauf geachtet, dass nur gesunde und verträgliche Tiere aufgenommen werden?
  • Wie sauber ist die Pension? Achten Sie dabei auch auf den Auslauf, die Katzenklos und die Futterplätze.
  • Übernimmt die Pension eine Haftung?
  • Sind alle Räumlichkeiten, in denen sich die Tiere aufhalten, gesichert?
  • Gibt es genügend Beschäftigungsmöglichkeiten für Ihren Hund oder ihre Katze?
  • Wie ist der Umgang mit den Pflegetieren? Wirken die Betreiber liebevoll und kompetent zugleich?
  • Haben Freunde oder Bekannte mit der Pension gute Erfahrungen gemacht?
  • Wird auf individuelle Probleme der Tiere eingegangen?
  • Wie verhalten sich die Tiere, die zum Zeitpunkt der Besichtigung dort in Pflege sind?
  • Wird auf eigene Fütterungszeiten und Gewohnheiten eingegangen?
  • Wie freundlich ist der Umgang mit dem Tierhalter?
  • Fragen Sie nach dem Sachkundenachweis nach §11 TSchG

All diese Punkte geben schnell Aufschluss darüber, ob Sie ihr Tier mit gutem Gewissen in diese Pension geben können. Klären Sie auch die Zahlungsmodalitäten und erkundigen Sie sich, ob das gewohnte Futter mitgebracht werden kann. Bedenken Sie immer, dass während Ihrer Abwesenheit die Verantwortung für Ihren Liebling ganz bei den Betreibern der Pension liegt. Wenn Sie kein gutes Gefühl dabei haben, können Sie sich im Urlaub auch nicht entspannen. Es kann übrigens sehr hilfreich sein, das Tier zum Test vor dem Urlaub mal für ein oder zwei Tage in die gleiche Pension zu bringen. So sehen Sie direkt, ob es zu Problemen kommt und wie sich das Tier danach verhält.

 

 

 

Miezi alleine zu Hause – Urlaubsbetreuung in den eigenen vier Wänden

Mieze macht es sich zuhause gemütlich Während Hunde sich meist relativ leicht für eine kurze Zeit in einen anderen Haushalt einfügen, sind Katzen dabei etwas schwieriger. Samtpfoten neigen dazu, sich sehr an ihre Umgebung zu binden. Freigänger kommen sogar auf die Idee, einfach wieder zurück nach Hause zu laufen. Deshalb entscheiden sich viele Katzenbesitzer dafür, ihre Katze daheim betreuen zu lassen, während sie Urlaub machen. Diese Variante ist stressfrei für das Tier und deshalb recht beliebt. Das Problem ist manchmal, eine Person zu finden, der Sie genügend vertrauen, um Ihr den Wohnungsschlüssel auszuhändigen. Denn neben der Pflege Ihrer Lieblinge kann diese Person Ihr ganzes Privatleben einsehen.
 

Bei Freunden und Verwandten stellt sich diese Frage zum Glück meist nicht. Anders sieht es aus, wenn Sie einen Catsitter brauchen, den Sie nicht kennen. Es muss Ihnen klar sein, dass es keine absolute Garantie gibt, dass die Person den Job gewissenhaft erledigt und Ihr Eigentum in besten Händen ist. Trotzdem haben sehr viele Menschen gute Erfahrungen damit gemacht, ihre Katze daheim betreuen zu lassen. Hilfe finden Sie zum Beispiel bei örtlichen Gruppen in sozialen Netzwerken oder über die Tierhilfe. Hier kann man vorab auch das benötigte Vertrauen schaffen.

 

Für den Catsitter ist es sehr wichtig, dass er alles Wissenswerte über die zu betreuenden Tiere bekommt. Machen Sie am besten eine Checkliste mit allen wichtigen Informationen. Dazu gehören neben den Fütterungszeiten auch die speziellen Eigenheiten der Tiere. Ideal ist es übrigens, wenn der Betreuer ebenfalls Katzenhalter ist. Diese kennen sich eher mit den Tieren aus und wissen, welche speziellen Eigenarten Katzen haben.

 

Unerfahrene Menschen meinen es zwar oft gut, vergessen aber Dinge, die Katzenhaltern in Fleisch und Blut übergegangen sind. So lassen sie zum Beispiel das Fenster gekippt, wenn sie die Wohnung verlassen, oder achten nicht darauf, dass Katzen schneller als der Blitz zur Tür raus sind, wenn man sie öffnet. Vergessen Sie auch nicht, Anweisungen für Notfälle zu hinterlegen. Notfallkarte Tierarzt - eine Initiative von www.geliebtes-tier.de Dazu gehören die Kontaktdaten des behandelnden Tierarztes und der nächstgelegenen Tierklinik. Der Catsitter sollte wissen, ob das Tier Vorerkrankungen hat und wo der Transportkorb steht. Auch eventuelle Medikamente müssen genau aufgelistet sein. Besonders einfach gelingt das mit der kostenlosen Notfallkarte Tierarzt. Die können Sie direkt hier bestellen.

 

Wenn Sie all diese Punkte berücksichtigen, dann werden Ihre Samtpfoten sicherlich gut betreut, während Sie Urlaub machen. Nette Katzensitter geben Ihnen auch gerne Infos, wie es den Tieren aktuell geht. Dank PC und Smartphone können Sie sogar am Urlaubsort Videobotschaften und Fotos bekommen, sodass die Trennung gar nicht so schlimm ist.

 

Für kleine Krisen kann es sogar hilfreich sein, wenn die Pelznase die vertraute Stimme hören kann. Eine Sprachnachricht sorgt dafür, dass die Katze sich nicht ganz verlassen fühlt. Zwar ist das Prinzip des Telefons für Tiere nicht ersichtlich, ich habe aber immer wieder erlebt, dass das Tier irgendwie verstanden hat, dass sein geliebter Dosenöffner mit ihm spricht.

 

Bei längerer Abwesenheit musste mein Mann eine Katze von uns immer wieder beruhigen, damit diese Katze nicht total nervös wurde. Sie kannte die normalen Arbeitszeiten und wurde bei Abweichungen sofort unruhig. Ein Anruf löste das Problem erstaunlich schnell. Lassen Sie sich also auch gerne einmal von ihrem Tier überraschen. Einige reagieren super auf die Stimme, während andere sie vollkommen ignorieren.

 

Mit Hund und Katze in den Urlaub fahren

Hund sitzt am Steuer
Viele Tierhalten können sich nicht vorstellen, ohne ihren geliebten Vierbeiner Ferien zu machen. Hunde sind in diesem Punkt auch sehr flexibel, sie sind zufrieden, wenn sie bei ihrem menschlichen Rudel sind. Da sie auf längeren Auto- oder Zugfahrten auch Gassi gehen können, sind auch ausgedehnte Reisen kein Problem. Mit Katzen ist es dabei schon etwas schwieriger. Katzen müssen im Transportkorb reisen und sollten deshalb nicht zu lange in der Box eingesperrt sein. Allerdings ist dies auch individuell, denn Katzen sind sehr unterschiedlich.
 

Ich selbst habe mit meinen Katzen einen Fernumzug gemeistert, bei dem die Tiere gute 10 Stunden in der Box waren. Sicherlich war dies kein absolutes Vergnügen für die Katzen, aber sie sind gut damit zurechtgekommen. Allerdings habe ich regelmäßig nach ihnen geschaut, sie beruhigt und kontrolliert, ob sie Wasser brauchen, oder ob die Einlagen im Korb frisch gemacht werden müssen. Auch in den Urlaub habe ich schon zwei meiner Katzen mitgenommen. Hier kommt es allerdings auch auf die Toleranz der Unterkunftsbetreiber an. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass eine Tierhaftpflichtversicherung die meisten privaten Vermieter zufriedenstellt.

 

Wichtig ist auf jeden Fall, einige vertraute Gegenstände mitzunehmen. Geliebte Schnuffeldecken und das favorisierte Spielzeug gehören unbedingt ins Reisegepäck. Ebenso ausreichend Futter und Notfallmedikamente. Beachten Sie bei der Einreise in andere Länder die jeweiligen Bestimmungen und achten Sie darauf, dass der Impfausweis den Anforderungen des Landes entspricht.

 

Mich haben schon häufig Katzenhalter ungläubig angeschaut, wenn ich gesagt habe, dass unsere Katzen relativ problemlos mit uns verreisen oder umziehen. Wir haben sicherlich keine Wundertiere, sondern einfach nur entspannte Katzen, die wissen, dass ihre Versorger alles machen, damit es ihnen gut geht. Unsere Katzen sind tatsächlich glücklicher, wenn sie mit dabei sein können. Neue Umgebungen stören sie gar nicht, Hauptsache, das Rudel ist komplett. Einige vertraute Gegenstände sind natürlich sehr hilfreich, sich im Feriendomizil heimisch zu fühlen. Zudem funktioniert die Sache wohl auch nur mit Tieren, die nicht schon daheim verhaltensauffällig sind.

 

Ansonsten denke ich, dass vielen Katzenhaltern auch die Selbstverständlichkeit fehlt, ihre Tiere einfach mal mitzunehmen. Sie selbst kennen Ihre Katze doch am besten. Neugierige Tiere, die ein ruhiges Gemüt haben, sind ideal, um sie auch einmal mitzunehmen. Meine erste Perserdame liebte es sogar, mich bei Besuchen zu Freunden zu begleiten. Sie saß dabei einfach in einer Umhängetasche und ließ sich durch die Weltgeschichte tragen. (Selbstverständlich war sie dabei gesichert mit einem stabilen Katzengeschirr) Züge, Busse und ähnliche Gefährte fand sie spannend und sie liebte es, wenn Mitreisende sie bewunderten. Verlassen Sie sich einfach auf Ihr Bauchgefühl und fragen Sie Ihre Samtpfote doch mal, was sie von einem Ausflug hält. Viele Katzen werden Sie überraschen.

 

 

 

Rechtliches für die Urlaubsreise mit Hund und Katze

Nicht ohne Risiken - der Urlaub mit dem Tier. Um den Urlaub mit Bello oder Miezi entspannt genießen zu können, sollten vorab auch alle Einreisebedingungen geklärt werden. Sobald Sie ein anderes Land bereisen, besteht ansonsten die Gefahr, dass sich Hund und Katze in Quarantäne wiederfinden, weil die notwendigen Impfungen nicht vorhanden sind oder andere Auflagen nicht beachtet wurden. Um Ihnen und vor allem den Tieren diesen Stress zu ersparen, habe ich hier die wichtigsten Infos zusammengestellt.

 

Urlaub mit der Katze – worauf müssen Sie bei der Einreise achten?

Innerhalb der EU ist ein Ausweis für die Katze unerlässlich. Einige Länder dulden zudem keine Einreise von Tieren, die jünger als drei Monate sind. Zudem ist dies meines Erachtens auch ein Alter, in dem eine Katze erst einmal auf ihre Familie geprägt werden sollte und nicht durch die Weltgeschichte reisen muss. Es empfiehlt sich übrigens, dass die Katze gechipt wird, damit der Impfausweis auch eindeutig zugeordnet werden kann. Tattoos werden heute kaum noch vorgenommen und sind zudem oft schwer lesbar. Deshalb halte ich den Chip für die bessere Wahl. Impfgegner können nicht ins Ausland fahren, wenn sie ihre Katze mitnehmen möchten, denn zumindest die Tollwutimpfung ist Vorschrift in vielen EU-Staaten. Die Grundimmunisierung muss dabei abgeschlossen sein und die letzte Impfung muss länger als 21 Tage in der Vergangenheit liegen.
 

Alle Unterschiede einzeln hervorzuheben, würde hier den Rahmen sprengen. Es gibt Länder, die eine Entwurmung vorschreiben und die Türkei und Russland fordern ein Gesundheitszeugnis, wenn die Katze mit in den Urlaub soll. Deshalb sollte mindestens zwei Monate vor dem Urlaub abgeklärt werden, welche speziellen Anforderungen das jeweilige Reiseland stellt. Dann bleibt genügend Zeit, um alle geforderten Dokumente zu besorgen.
 

 

Die Einreise für den Hund in EU-Staaten

Außerhalb der EU gibt es eine Vielzahl verschiedener Bestimmungen, sodass vor Reiseantritt unbedingt rechtzeitig Erkundigungen eingezogen werden sollten, wenn der Hund mitbekommen darf. Beachten Sie auch, dass Sie womöglich einige Länder durchqueren, wenn Sie zu Ihrem Urlaubsziel anreisen. Auch diese Bestimmungen müssen beachtet werden, damit es keine Schwierigkeiten gibt.
 

Der private Reiseverkehr ist übrigens auf fünf Tiere beschränkt. Wer mehr Hunde oder Katzen mitnehmen möchte, bekommt unter Umständen Schwierigkeiten, da ein illegaler Handel vermutet werden kann.

  • Hunde ab Jahrgang 2012 brauchen einen Mikrochip, ältere dürfen mit einer Tätowierung gekennzeichnet sein.
  • Bei Welpen, deren Tollwutimpfschutz noch nicht abgeschlossen ist, kann eine Tollwutunbedenklichkeitsbescheinigung des Tierarztes die Einreise trotzdem möglich machen.
  • Einige Länder fordern einen Bluttest über die Immunisierung gegen Tollwut. Dieser Test muss allerdings nur einmalig im Leben gemacht werden, wenn ein lückenloser Impfnachweis erbracht werden kann.
  • Maulkorb und Leine gehören ebenfalls ins Gepäck, damit der Hund gefahrlos begutachtet werden kann.
  • Für die typischen Urlaubsländer wie Österreich, Italien, Bulgarien und Spanien reichen der EU-Ausweis, der Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung, die mindestens 21 Tage vor Reiseantritt aufgefrischt wurde.
  • Einige Länder, wie zum Beispiel Frankreich oder Dänemark, haben Hunde in Kategorien eingeteilt. Gefährliche Rassen dürfen weder einreisen noch durchreisen. Dazu gehören vor allem Pitbulls, Mastiffs und Tosas. Nur mit einem Stammbuch eines international zugelassenen Hundeverbandes kann dieses Verbot umgangen werden. Viele Vorschriften machen es trotzdem sehr schwer, Tiere mit diesen Abstammungen mitzunehmen. Bei Nichteinhaltung droht die Beschlagnahmung des Hundes. Bei Mischlingen, die eine Ähnlichkeit zu den verbotenen Rassen aufweisen, empfiehlt sich ein in französisch abgefasstes Dokument des Tierarztes, dass der Hund keiner gefährlichen Rasse angehört.
  • Einige Länder, wie zum Beispiel Finnland schreiben eine Entwurmung des Tieres vor. Diese muss 24 – 120 Stunden vor der Einreise erfolgt sein. Der Tierarzt muss diese Entwurmung mit Uhrzeit in den Heimtierausweis eintragen!
  • Norwegen besteht sogar auf ein Veterinärzertifikat sowie eine Vorstellung des Tieres beim Zoll. Hundehalter sollten sich hier also gut überlegen, ob sich der Aufwand lohnt. Auch Schweden besteht auf eine Anmeldung des Tieres beim Zoll, diese kann aber relativ unkompliziert online erledigt werden.

Hundefreundliche Gastgeber bieten übrigens bei der Buchung schon eine Menge Infomaterial, damit Sie in Ruhe alle Einreisebestimmungen beachten können.

 

Die Autorin.
Mela Stephan hat selbst 4 Katzen und einen Hund und betreibt eine private Katzen-Nothilfe.
Außerdem ist sie Autorin im Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
Mela Stephan - Autorin beim Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
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