So trinkt Ihre Katze mehr!

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Katzen und ihr nicht sehr ausgeprägtes Durstgefühl lassen so manchen Stubentiger an seine Grenzen stoßen. Das Schlimme ist – er merkt es nicht selbst. Doch gerade wenn das Thermometer in die Höhe schnellt, ist sein Mensch gefordert, der dafür sorgen sollte, dass der befellte Mitbewohner sich ausreichend mit dem nassen Element versorgt. Wer möchte schon riskieren, dass der permanent dehydrierte Plüschtiger Probleme mit Harnsteinen bekommt oder gar eine Niereninsuffizienz?
 

Als die Katzen Mäuse fingen…

Die Urmutter aller Hauskatzen, die afrikanische Falbkatze (Felis silvestris lybica), stammt nicht nur aus einer sehr wasserarmen Region, sie konnte mit dem Verzehr der erbeuteten Kleinsäuger problemlos ihren Flüssigkeitsbedarf decken. Auch als die Landmaus noch gefährlich lebte, weil die Miezen auf dem Bauernhof vorwiegend für die Mäusejagd geduldet waren, war die Gefahr der Dehydrierung kein Thema. Doch da Mäuse in der Wohnung (Gott sei Dank!) eher selten anzutreffen sind und das Trockenfutter so schön unkompliziert ist und außerdem so wenig Müll produziert, ist es heute durchaus ein Thema. Die Schnurri, die sich ausschließlich von Nassfutter ernährt, wird die Folgen einer Dehydrierung nicht fürchten müssen. Wenn sie die Sommerhitze noch zusätzlich mit ein paar kräftigen Schlucken Wasser aus dem Trinknapf zu lindern weiß, ist sie auf der sicheren Seite.
 

Wenn die Katze ein Trockenfutterfan ist …

Während Nassfutter ca. 80 % Wasser enthält, ist der Flüssigkeitsanteil bei Trockenfutter ca. 10 % und muss entsprechend ausgeglichen werden. Wie viel Flüssigkeit im Futter enthalten ist, steht auf der Packung. Nun wäre es ein Leichtes, das Futter mit Wasser anzureichern. Aber Mieze liebt Kontinuität und lässt sich nicht so leicht ins bisher gerne genommene Futter reden – langsame Gewöhnung an mehr Feuchtigkeit ist angesagt. Manchmal ist ein feiner Sprühnebel der erste Schritt zum Erfolg. Eine Mischung aus Nass- und Trockenfutter ist ebenfalls ein guter Weg, die Wasseraufnahme zu steigern aber auch daran will der sensible Katzengaumen langsam herangeführt werden – Löffelchen für Löffelchen muss erkämpft werden.
 

Machen Sie Ihrem Stubentiger ein Angebot …

Wer bei Trockenfutter bleiben muss – aus praktischen Gründen oder aus mangelnder Akzeptanz seitens der Katze – kann noch ein paar Asse ausspielen. Bieten Sie Ihrem Stubentiger Alternativen und beobachten Sie seine Reaktion. Je öfter die Katze über Trinkmöglichkeiten stolpert, desto eher erinnert sie sich des erfrischenden Elements und trinkt ein paar Schlepper.
Durch mehrere, möglichst verschiedene Trinkmöglichkeiten an unterschiedlichen Plätzen im Haus kristallisiert sich schnell heraus, was die Fellnase bevorzugt. Ob frisches oder abgestandenes Wasser, flache Schale oder gewohnte Fressnapfgröße, welcher Ort bevorzugt wird … Auf alle Fälle sollte das angebotene Schälchen an einem ruhigen Plätzchen stehen – die Katze trinkt nicht, wenn die Atmosphäre nicht stimmt.
Wenn frisches Wasser das Rennen macht, ist ein schattiger Platz wichtig, damit das Wasser lange frisch und möglichst keimfrei bleibt. Die Katze trinkt nicht gerne aus hohen Gefäßen, an deren Ränder sich die Schnurrbarthaare stoßen. Außerdem kann der Stubentiger die Füllhöhe im Gefäß schlecht einschätzen, macht sich aber ungern die Nase nass. Um Katzenfrust zu vermeiden, hilft zur Einschätzung der Füllhöhe ein kleines Accessoire: ein Blütenblatt, ein Grashalm – oder vielleicht mal ein Blättchen Katzenminze.
 

Katzenurinstinkt: Die Liebe zum fließenden Wasser

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 Auch wenn Katzen als wasserscheu gelten – sie hat die Liebe zu frischem, fließendem Nass in den Genen. Schon die Mutter aller Katzen trank lieber aus einem Fluss oder einer Quelle als aus einem stehenden Gewässer. So ist es leicht zu verstehen, dass auch die Hauskatze von heute gerne an den Wasserhahn geht – am liebsten vielleicht mit Ihnen zusammen? Wenn sie nicht selbst darauf kommt – machen Sie sie neugierig und zeigen Sie ihr, dass auch ihr Zuhause über eine frische Quelle verfügt, wo man sich erfrischen kann, ohne eine Pfote nass zu machen. Weil ein ständig tropfender Wasserhahn jedoch nicht jedermanns Sache ist, ist ein Trinkbrunnen eine echte Bereicherung. Er bietet dem Stubentiger den ganzen Tag nicht nur frisches Wasser. Manche Ausführungen sind so luxuriös, dass sie selbst höchsten Katzenansprüchen genügen und stehendes, rinnendes und fließendes Wasser bereitstellen. Nur die Pumpe im Brunnen sollte geräuscharm sein, denn Mieze hat feine Öhrchen.
 

Igitt, wie riecht denn das?

Katzen sind nicht nur eigenwillig und sensibel, sie haben ein sehr feines Näschen. Deshalb ist ein Trinknapf neben der Katzentoilette überflüssig wie ein Schiff in der Wüste. Da ist sie wie „ihr“ Mensch: die Katze trinkt nicht da, wo sie ihr Geschäft erledigt.
Auch bestimmte Materialien vermeidet man besser. Geruchsneutral sind Keramik, Glas und Edelstahl; Kunststoffe können Gerüche ins Wasser abgeben, die der Katze unangenehm sein können, auch wenn die Menschennase nicht einmal einen Hauch davon wahrnimmt. Selbst mancher Anti-Rutsch-Ring ist nicht nasenkonform. Täglicher Wasserwechsel mit Reinigung der Trinkgefäße steigert das Katzenglück. Näpfe gut nachspülen – auf Spülmittelreste reagiert der Stubentiger mit Mißachtung. Am besten mit kochendem Wasser und einem sauberen Schwamm arbeiten, das bringt Pluspunkte bei der Miez.
Ist das Leitungswasser gechlort, kann auch das dazu führen, dass es ignoriert wird. Stattdessen kann man stilles Mineralwasser, Quellwasser oder Regenwasser anbieten. Oftmals genügt es auch schon, das gechlorte Nass einfach für etwa zwei Stunden in einem geruchsneutralen Gefäß "auslüften" zu lassen.
Steht der Trinknapf unmittelbar neben dem Fressnapf, lässt sich die Fellnase gerne ablenken und sieht großzügig über das nasse Zeug hinweg, während sie sich genüsslich aus dem Fressnapf bedient. Katzen trinken lieber unabhängig von den Mahlzeiten.
 

Was trinkt die Katze? Wasser!

Katzen lieben Milch - aber viele vertragen die Lakose (den Milchzucker) darin nicht. Katzenmilch ist eher Nahrung als ein probates Mittel zur Flüssigkeitsaufnahme. Aber ein bisschen „Aroma“ im Wasser darf es schon sein. Das könnte ein Tropfen Katzenmilch oder ein Schuss ungesalzene Fleischbrühe sein. Auch wenn man eine Dose Thunfisch mit Wasser ausspült und der Samtpfote serviert wird sie nicht widerstehen können.
 

Zum Schluss noch ein Geheim-Tipp: Katzeneis für besondere Tage

Dass die Mieze kein Eis aus der italiensichen Eisdiele bekommt, versteht sich von selbst. Aber auch Katzen lieben Erfrischungen an heißen Tagen. Bestückt man den Eiswürfelbehälter mit je einem Leckerli pro Fach und füllt mit Wasser auf kann man sich der Neugier und Aufmerksamkeit sicher sein. Oder testen Sie mal Eiswürfel aus Fleischbrühe oder püriertem Fleisch – so könnten am Ende alle zufrieden sein.
 

Was ist Ihr Trick?

Kennen Sie einen Trick, der für die Miezis unwiderstehlich ist?
Dann erzählen Sie uns davon. Aber auch Fragen, Anregungen, Lob und Kritik sind jederzeit willkommen.