05. Februar 2019 - Pflegetiere aufnehmen

So können auch Sie zur Pflegestelle werden. Man liest es mittlerweile hier und da. Im Bekanntenkreis nimmt ab und an mal einer einen Pflegehund oder eine Pflegekatze. Doch was hängt eigentlich dran an einem solchen Aufruf für Pflegestellen und dem Pflegetier?
 

Woher kommen Pflegetiere?

Pflegetiere sind Tiere, die ein Zuhause auf Zeit brauchen. Wo sie genau herkommen, ist ganz unterschiedlich. Einige kommen aus Privathaushalten im Inland, einige aus Tierheimen im Ausland. Eines haben alle gemeinsam: sie haben kein Zuhause mehr und noch kein neues in Aussicht. Vereine kümmern sich um die Vermittlung von Pflegetieren und stehen den Pflege-Herrchen und Frauchen helfend zur Seite. Das kann mit der Übernahme von Tierarztkosten, aber auch mit Rat und Tat bei Problemen sein.
 

Wozu braucht man Pflegestellen für Tiere

Im Grunde ist es eine Möglichkeit, die Tiere warm und trocken mit Familienanschluss zu parken. Gerade bei der Auslandsvermittlung hat das den Vorteil, dass die Hunde und Katzen schon einmal den Ablauf eines Familienalltags kennenlernen, dass sie für die endgültige Vermittlung besser eingeschätzt werden können und das Interessenten sie vor Ort besuchen können. All' das erhöht ihre Chance eine Für-immer-Familie zu finden. Außerdem sind die Tiere oft wesentlich besser in Pflegestellen aufgehoben, als in überfüllten Auslands-Tierheimen, Tötungsstationen oder in Zwingern und Außengehegen.
 

Wie werde ich Pflegestelle?

Pflegestelle kann nahezu jeder werden. Ein bisschen Erfahrung mit eigenen Tieren kann nicht schaden. Die örtlichen Gegebenheiten sollten dem gewünschten Pflegetier entsprechen. Das heisst, dass nicht zwingend ein Garten erforderlich ist, wenn es um einen alten Hauskater geht. Pflegestellen bewerben sich direkt bei den Vereinen, füllen einen Auskunfts- oder Fragebogen aus und werden dann bei einer Vorkontrolle auf Herz und Nieren geprüft. Ist das passende Pflegetier dann auf der Suche nach einer Pflegestelle, dann kann es fast schon einziehen.
 

Was passiert bei einer Vorkontrolle?

Im Grunde nichts Wildes. Vorkontrollen werden meist von Privatpersonen gemacht, die sich ehrenamtlich dazu bereit erklärt haben. Die haben entweder selbst Haustiere, sind im Tierschutz tätg oder haben einfach den Auftrag bekommen, sich einmal einen Überblick über die örtlichen Gegebenheiten zu machen. Diese Person kommt dann, nicht unangekündigt, sondern an einem festen Termin zu Besuch und macht sich einen Eindruck von der Familie. Gleichzeitig kann man, wenn man schon mal jemanden mit Erfahrung auf einen Kaffee Zuhause hat, auch gleich seine Fragen loswerden. Denn nichts ist besser, als jemanden daheim zu haben, der noch einmal Tipps geben kann. Viele Dinge, die besonders bei Tierschutzhunden zu empfehlen sind, stehen nicht in Büchern.
 

Das Abgeben

Das ist wohl die härteste Aufgabe daran, eine Pflegestelle zu sein. Die Hunde oder Katzen ziehen irgendwann in ihre eigene Familie. Der Moment des Abschieds ist oft schwer und mit Tränen verbunden. Aber auch die neue Familie hat eine Vorkontrolle durchlaufen und vielleicht bleibt man sogar in Kontakt. Mittlerweile gibt es die Erfahrung, dass viele Pflegefamilien ihre Pfleglinge übernehmen und deshalb werden Pflegeverträge mit Übernahmeoption geschlossen. Das ist natürlich super, für den einzelnen Hund oder die Katze. Aber im Grunde ist dann diese Pflegestelle für einen weiteres Tier blockiert.



Die Autorin.
Jenny Manegold ist Mama, aktive Tierschützerin und hat zwei Katzen und drei große Hunde.
Sie betreibt einen eigenen Blog ( www.waumama.de ) und wenn es ihre Zeit zulässt schreibt sie außerdem für den Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
Jenny Manegold
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