06. April 2019 - Mit dem Frühling kommen die Zecken.

Sobald es wärmer wird, beginnt auch schon wieder die Zeckenzeit. Kaum steigen die Temperaturen etwas, bringen Mieze und Bello die kleinen Plagegeister mit. Die Probleme reichen von dem Ekelempfinden vieler Halter bis hin zu gesundheitlichen Problemen für unsere Pelznasen. Deshalb ist ein umfassender Schutz vor den Parasiten sinnvoll. Chemische Mittel sind leider in der Vergangenheit immer mehr in Verruf geraten und so sind viele Halter total verunsichert, wie sie ihr Tier schützen sollen.

Es gibt viele Möglichkeiten, doch nicht jede Variante funktioniert gleich gut. Häufig habe ich den Eindruck, dass es auch vom jeweiligen Tier und der Umgebung abhängt. Deshalb lohnt es sich durchaus, einige Möglichkeiten auszutesten, damit die Zeckenplage nicht zum Problem wird. Selbst wer nicht in einem Zeckengebiet wohnt, sollte seine Vierbeiner gut schützen. Denn selbst, wenn im eigenen Garten keine einzige Zecke lauert, kann schon hinter der nächsten Ecke eine wahre Hochburg zu finden sein. Es gibt für nahezu jeden Hund und jede Katze einen Zeckenschutz mit dem Tier und Halter zufrieden sind.
 

Zeckenschutz für SamtpfotenZeckenschutz bei Katzen.

Freigänger bringen häufig Zecken mit nach Hause. Schließlich stromern Katzen durch das Unterholz, zwängen sich durch Lücken und Zäune und schlafen mit Vorliebe unter Sträuchern. So ist es kein Wunder, wenn die Zecken glauben, ein gemütliches Plätzchen gefunden zu haben. Wer zudem noch Igel in der Nähe hat, kann sicher sein, dass die Katze neben Flöhen bald auch Zecken mitbringen wird.
 

Die handelsübliche Hilfe bei Zeckenbefall sind chemische Halsbänder oder Tropfen. Von den Halsbändern möchte ich auf jeden Fall abraten, denn Katzen und Halsbänder sind einfach eine zu gefährliche Kombination. Die Gefahr, dass sich das Tier stranguliert, ist einfach zu groß. Zudem sollte man sich bewusst sein, dass das Halsband kontinuierlich den Wirkstoff abgibt. Streichelt man als Mensch dann seine Katze, bekommt man auch immer eine Dosis von dem Mittel ab. Gerade für Kinder ist dies nicht zu empfehlen. Doch auch die Tropfampullen, die der Tierarzt anbietet, sind mit Vorsicht zu genießen. Hier sollten Halter immer den Nutzen abwägen. Die sogenannten "Spot-on Tropfen" sind zwar sehr praktisch und wirken rund vier Wochen, haben aber auch diverse Nebenwirkungen.

 

Ich gebe zu, wir haben diese Tropfen auch einige Jahre benutzt. Vor allem in einer Region mit sehr vielen Zecken weiß man sich fast keinen anderen Rat mehr. Zum Glück hatten meine Katzen keinerlei neurologische Ausfälle oder andere Unverträglichkeiten. Aber alleine um das Risiko zu wissen, hat uns zu einem Wechsel bewogen. Ich möchte mich nicht ausdrücklich gegen diese Form des Zeckenschutzes aussprechen, rate aber definitiv zur Vorsicht. So lange andere Maßnahmen zufriedenstellend greifen, würde ich sie nicht empfehlen. Zudem geht das Nervengift besonders gut in den Organismus über, wenn es, wie empfohlen, direkt zwischen den Schulterblättern aufgetragen wird. Von dort ist der direkte Weg das Rückenmark. Deshalb rate ich dazu, Spot-ons immer an den Schulterseiten aufzutragen.

 

Welche Alternativen zu chemischen Mitteln gegen Zecken gibt es?

Natürlich werden immer wieder allerlei Wundermittelchen angepriesen. Einige wirken tatsächlich, andere hingegen sind meiner Meinung nach reiner Humbug. Zeckenschutz ohne Chemie wirkt nie so umfassend, wie die gefürchteten Keulen. Dafür schaden sie der Gesundheit der Tiere nicht, was für viele Halter wichtiger ist. Die Auswahl bei Katzen ist leider sehr gering, da Katzen im Gegensatz zu Hunden nicht mit ätherischen Ölen behandelt werden dürfen.
 

Tipps wie Teebaumöl, Schwarzkümmel oder Neem sollten deshalb lieber nicht ausprobiert werden. Diese Stoffe sind für Katzen giftig und können sogar zum Tod führen.

 

Über die Fütterung lassen sich ganz gute Erfolge mit Bierhefe erzielen. Der Geruch ist für Zecken scheinbar unangenehm und dezimiert die Anzahl der Plagegeister. Eine Überdosierung mit Bierhefe ist eigentlich nicht möglich und ein positiver Nebeneffekt ist das schöne Haarkleid, welches aufgrund der Vitamine entsteht. Gefüttert wird die Bierhefe meist als Tabletten, die die meisten Katzen gerne fressen. Es gibt aber auch Pulver, das über das Futter gestreut werden kann.

 

Eine andere Empfehlung ist Kokosöl. Dieses wird allerdings nicht eingegeben, sondern in das Fell gerieben. Ehrlich gesagt finde ich diese Methode eher unpraktisch. Katzen putzen sich ausgiebig und der Effekt ist schnell dahin. Zwar ist Kokosöl toll gegen Würmer und das Abputzen schadet dem Tier nicht, aber der Nutzen ist nur von kurzer Dauer. Zecken, Flöhe und sogar Milben mögen die enthaltene Laurinsäure nicht und meiden das Tier. Aber, wie erwähnt, man muss ständig nachschmieren und das fettige Fell ist auch nicht gerade ein Highlight.

 

Abraten möchte ich auch von Bernsteinketten. Erst einmal bergen Ketten bei Katzen die gleichen Erdrosselungsgefahren wie ein Halsband und zudem ist die Wirkung mehr als zweifelhaft. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass eine Zecke sich von Bernstein abhalten lässt, die Katze als Wirt zu nutzen. Es gibt keinerlei chemische Wirkung, die es erklären würde, dass Bernstein Zecken vertreibt.

 

Spot-on Tropfen ohne schädliche Nervengifte

Diese Mittel sind ein Kompromiss zwischen chemischen Keulen und Hausmitteln. Es gibt im Handel diverse Produkte. Schaut man im Internet, finden sich auch die unterschiedlichsten Bewertungen bezüglich der Wirkung. Wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass nicht jedes Tier den gleichen Zeckenschutz damit hat. Von wirkungslos bis volle Wirkung war alles dabei. Hier hilft nur, die Mittel auszuprobieren. Trotzdem ist ein kritischer Blick auf die Beschreibung immer zu empfehlen. Denn es finden sich sogar Produkte mit ätherischen Ölen in den Regalen, die eigentlich giftig sind und damit nicht in den Handel gehören.

Fazit:
Probieren Sie auf jeden Fall mal Bierhefe. Bierhefe finden Sie in praktisch jedem Drogeriemarkt und in vielen Lebensmittelläden. Sie ist sehr günstig und wird in der Regel sehr gut angenommen. Sie hilft Ihrer Katze beim Fellwechsel und sorgt insgesamt für ein schöneres Fell. Und sie schadet mit Sicherheit nicht. Im schlimmsten Fall hilft sie im konkreten Fall nicht gegen den Zeckenbefall. Mehr kann nicht passieren.

 

So kommt der Hund floh- und zeckenfrei durch die SaisonSo schützen Sie Ihren Hund vor Zeckenbissen.

 Viele Halter schauen nicht schlecht, wenn schon kurz nach dem Frost die ersten Zecken am Hund zu finden sind. Die kleinen Biester sind leider resistenter als viele Menschen denken. Deshalb ist Zeckenschutz schon sehr zeitig im Jahr ein Thema. In Regionen, wo es kaum Frost gibt, kann sogar ganzjährig ein Schutz sinnvoll sein. Bei den Mitteln haben Hundebesitzer die Qual der Wahl. Es gibt Puder, Spray, Tropfen, Halsbänder und vieles mehr. Dabei die Übersicht zu behalten, ist gar nicht so einfach. Zumal vielen Haltern gar nicht bekannt ist, dass einige Produkte mit schädlichen Nervengiften arbeiten. Da nicht jedes Tier zu sichtbaren Nebenwirkungen neigt, wird die Gefahr dieser Mittel häufig unterschätzt. Auch das Argument, dass bisher "noch jeder meiner Hunde" das Mittel vertragen hat, greift leider nicht. Jedes Tier ist individuell und kann anders reagieren. Nervengifte können großen Schaden anrichten. Deshalb gilt es abzuwägen, ob es nicht auch andere Möglichkeiten gibt. Zudem vergessen viele Halter, dass das Gift über das Streicheln des Hundes auch an den Menschen abgegeben wird.
 

Chemische Zeckenmittel für Hunde

Beim Tierarzt werden meist "Spot-On-Tropfen" angeboten, die einmal im Monat in den Nacken getropft werden. Hierbei handelt es sich fast immer um Präparate mit Nervengiften. Diese sind zwar hochwirksam, bergen aber eben auch die nicht zu unterschätzende Gefahr von neurologischen Problemen. Viele Tierärzte sehen diese Problematik leider nicht differenziert genug. Informieren Sie sich vor der Gabe solcher Mittel lieber selbst umfassend. Bei massivem Befall scheinen solche Tropfen häufig die einzige Lösung. Allerdings sollte auch hier mit Vorsicht vorgegangen werden. Alle Mittel, die zudem abgeleckt werden können, empfehle ich gar nicht. Dazu gehören neben den Halsbändern, die ständig Wirkstoffe abgeben auch Puder und Spray. Sie sind unpraktisch und für den Menschen nicht ungefährlich. Die Sprays sind lediglich dann sinnvoll, wenn Schlafplätze mitbehandelt werden müssen.

 

Alternative Zeckenmittel für den Hund

Ähnlich wie bei den Katzen gibt es auch bei Hunden eine Auswahl an Mitteln, die natürlich gegen Zecken wirken sollen. Auch hier warne ich vor den Bernsteinketten, die meiner Meinung nach nur Geldschneiderei sind. Es gibt keinerlei Studien, die irgendeine Wirksamkeit belegen.

 

Anders als bei Katzen können Hunde auch mit ätherischen Ölen behandelt werden. Dies ist ein großer Vorteil, da diese Gerüche vom Tier meist gut toleriert werden.

 

Vor allem Schwarzkümmelöl zeigt eine gute Wirksamkeit und riecht auch für den Menschen nicht unangenehm. Das Öl wird in das Fell des Hundes einmassiert. Durch den intensiven Geruch reichen schon kleine Mengen, die das Fell nicht fettig wirken lassen.

 

Auch Teebaumöl und Lavendel werden häufig empfohlen. Hier kommt es wohl immer auf einen individuellen Versuch an.

 

Wir haben bei unseren Hunden gute Erfahrungen mit Margosaöl gemacht. Es gibt im Fachhandel Spot-ons, die dieses Öl enthalten. Die Wirksamkeit scheint je nach Rasse zu variieren. Bei dem Zwergspitz meiner Eltern wirkt der Tropfen rund vier Wochen. Bei unserem kurzhaarigen Mischling hingegen habe ich das Gefühl, dass die Wirkung etwas eher nachlässt. Auch muss man sagen, dass die Tiere damit nicht komplett zeckenfrei bleiben. Die eine oder andere Zecke verirrt sich immer noch auf den Hund. Allerdings ist dies bei den chemischen Tropfen auch nicht anders, nur sterben dort die Parasiten nach dem Anbiss ab. Ein bisschen Absuchen ist also auch bei der Ölvariante nötig.

 

Auch Kokosöl soll aufgrund der Laurinsäure die Zecken abhalten. Ich persönlich mag es nicht so sehr, weil es das Fell fettig aussehen lässt. Die Wirksamkeit ist allerdings gar nicht schlecht. Hier gilt also, ausprobieren.

 

Hunde können übrigens auch mit Bierhefe gefüttert werden, ebenso wie Katzen. Der Geruch der Bierhefe und die enthaltenen B-Vitamine sollen für Zecken unattraktiv wirken. Schaden richtet die Hefe jedenfalls nicht an, eher im Gegenteil. Das Fell wird schön glänzend. Durch den angenehmen Geschmack wird die Bierhefe zudem gerne genommen.

 

Knoblauch wird ebenfalls häufig empfohlen als Zeckenabwehr. Es funktioniert sogar recht gut, allerdings riecht der Hund dann auch intensiv danach. Zudem ist Knoblauch in höheren Dosierungen ebenfalls giftig für Hunde. Eine Menge von 5 g pro Kilo Körpergewicht sollte nie überschritten werden. Laut vieler Erfahrungsberichte reicht es schon, einmal in der Woche etwas Knoblauch zu füttern. Dazu kann man dem Hund auch eine Knoblauchkapsel geben, die man in etwas Wurst versteckt. So bekommt der Hund den intensiven Geschmack gar nicht mit.

 

Zecken entfernen bei Hunden und KatzenEine Zecke hat gebissen.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es vorkommen, dass der Hund oder die Katze mit Zecken nach Hause kommt. Wer das Problem schon kennt, sollte sein Tier deshalb nach jedem Spaziergang absuchen. Denn dann erwischt man die Zecken häufig noch, bevor sie sich festbeißen. Allerdings ist es je nach Fellfarbe häufig schwierig, die kleinen Parasiten zu finden. In Wärmefalten wie hinter den Ohren, in den Achseln, am Bauch und am Hals sitzen Zecken besonders gerne. Die Zecken sollten umgehend abgesammelt und vernichtet werden.

 

Sitzen die Zecken schon fest, müssen die Plagegeister vorsichtig entfernt werden. Je eher dies geschieht, desto größer ist die Chance, dass der Parasit keine Erreger an das Tier abgibt. Hierfür gibt es diverse Zeckenzangen oder Haken. Auch eine normale Pinzette funktioniert zur Zeckenentfernung.

 

Mittlerweile wird empfohlen, die Zecke einfach nur aus der Haut herauszuziehen. Früher hat man zu einer Drehbewegung geraten. Ich gebe zu, ich nutze immer noch die Drehvariante. Ich entferne nun schon mehrere Jahrzehnte lang Zecken und habe es bisher immer geschafft, diese rückstandsfrei zu ziehen. Probieren Sie einfach aus, welche Methode Ihnen besser liegt. Wichtig ist immer, gefühlvoll dabei vorzugehen. Rohe Gewalt sorgt dafür, dass das Beißwerkzeug abbricht und in der Wunde stecken bleibt. Zudem bedeutet rabiates Entfernen Stress für die Zecke. Dabei erbricht sie in die Einstichstelle und überträgt so unter Umständen gefährliche Erreger. Ziehen Sie die Zecke immer so nah wie möglich an der Haut heraus, dann bricht sie seltener ab. Bitte niemals Alkohol oder Klebstoff auf die Zecke geben, solange sie noch auf dem Hund sitzt! Die Zecke erstickt zwar, aber in ihrem Todeskampf gibt sie ebenfalls Erreger in die Einstichstelle ab.

 

Die Nachsorge bei einem Zeckenbiss

Die meisten Halter überzeugen sich lediglich, dass die Zecke vollständig gezogen wurde. Der Einstich selbst muss nicht zwingend behandelt werden. Es schadet aber auch nicht, die Wunde zu desinfizieren.

 

Die Zecke sollte immer direkt getötet werden, damit sie kein anderes Tier oder gar einen Menschen nochmals anzapfen kann. Da die Parasiten sehr robust sind, nimmt man am besten kochendes Wasser oder Alkohol mit mindestens 50 %, Nagellackentferner oder Farbverdünner oder spezielle Insektensprays gegen Zecken. Unterwegs funktionieren auch ein Feuerzeug oder eine brennende Zigarette (hierbei aber bitte auf die Feuergefahr achten).

 

Sollte ein Zeckeneinstich sich röten oder entzünden, muss der Tierarzt draufschauen. Denn Zecken übertragen neben FSME auch Borreliose und weiteren Infektionskrankheiten.

 

Impfungen gegen Krankheiten die Zecken übertragen

Impfschutz gegen von Zecken übertragene Krankheiten. Mittlerweile bieten viele Tierärzte Impfungen an, die gegen die von Zecken übertragenen Erreger helfen. Das Problem ist hier, dass dem Halter suggeriert wird, dass die Zeckenbisse damit ungefährlich werden.

 

Fakt ist aber, dass es nicht gegen jeden Erreger einen Impfstoff gibt. Zudem wird viel zu wenig auf die Risiken hingewiesen. Die bekannte Impfung gegen Borreliose wird vor allem bei Hunden empfohlen, die in zeckenbelasteten Regionen wohnen. Der Schutz greift allerdings nicht komplett, sondern nur zu rund 90 % und dies auch nur in Deutschland, da andere Länder auch andere Borrelien haben.

 

Ich selbst stehe der Impfung sehr kritisch gegenüber und würde keines meiner Tiere impfen lassen. Denn Borreliose lässt sich rechtzeitig erkannt auch alternativ behandeln. Die Auswirkungen der Impfung hingegen sind kaum erforscht. Impfschäden sind durchaus schon bekannt, werden aber gerne verschwiegen. Man muss sich eigentlich nur vor Augen halten, dass es keine Borreliose-Impfung für Menschen gibt. Hier hält man die Impfung für zu gefährlich. Alleine das gibt mir persönlich zu denken.

 

 

Zudem muss man ebenfalls erwähnen, dass nur fünf bis zehn Prozent aller infizierten Vierbeiner überhaupt an der Borreliose erkranken. Außerdem besteht weiterhin kein Schutz gegen die zahlreichen anderen Infektionen, die von Zecken übertragen werden.

 

Deshalb denke ich, eine regelmäßige Kontrolle des Hundes auf Zecken und natürliche Abwehrmittel sind der bessere und vor allem gesündere Weg.


Die Autorin.
Mela Stephan hat selbst 4 Katzen und einen Hund und betreibt eine private Katzen-Nothilfe.
Außerdem ist sie Autorin im Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
Mela Stephan - Autorin beim Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
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