01. April 2019 - Maßnahmen gegen das Insekten- und Vogelsterben im eigenen Garten

Ein Vogel im eigenen Garten. Selten sind so viele Berichte über Insekten- und Vogelsterben in Umlauf wie derzeit. Wann wenn nicht jetzt, wäre also ein besserer Zeitpunkt dafür, die eigene Gartengestaltung zu überdenken. Gerade im Frühjahr stellen wir die Weichen, wie unser Garten den Rest des Jahres aussehen wird. Mit ein paar Maßnahmen können die Tiere zumindest im heimischen Garten gut unterstützt werden. Dabei muss nicht immer zwingend der komplette Garten umgebaut werden. Es reichen Kleinigkeiten, die es den Tieren wesentlich leichter machen.
 

Chemikalien vermeiden

Natürlich ist es einfach und naheliegend, die Pflastersteine mit Grünspanentferner zu reinigen. Chlor in den Pool zu werfen und das Gemüse im Garten zu düngen und mit Pestiziden vor Insekten zu schützen. Umweltfreundlich ist das alles jedoch nicht. Den Garten macht es eher unattraktiv, wenn nicht gar zu einer tödlichen Falle für Vögel und Insekten. Wieso kann es nicht ein Schwimmteich mit natürlicher Filteranlage sein? Die Tomaten können auch mit Brennesselwasser gedüngt werden und für das Entfernen von Grünspan reicht manchmal auch eine Bürste und ein Wasserstrahl mit viel Druck. Natürlich muss man dann sehr wahrscheinlich die ein oder andere Erdbeere mit den Schnecken teilen. Aber auch gegen die gibt es natürliche Feinde, wie Laufenten oder Tigerschnegel.
 

Nistkästen anbringen

Ein Nistkasten im Apfelbaum.
Eine allgemeine Regel, wie die Nistkästen aussehen müssen, gibt es nicht. Wald- und Gartenbaumläufer zum Beispiel nehmen gerne offene Nistkästen in Anspruch. (Halb-)Höhlenbrüter, wie zum Beispiel Meisen Star und Zaunkönig nehmen die üblichen Nistkästen durchaus gerne an. Diese sind vorne mit einem Loch versehen und haben eventuell noch eine kleine Stange zum Landen vor dem Eingang. Schwalben sind nicht sonderlich beliebt, aber das Anbringen von Kotbrettern oder Nestern an Orten, bei denen es nicht wichtig ist, wie es optisch darunter aussieht, hilft den Tieren ungemein. Denn unter Carports, aus Garagen und mittlerweile auch aus vielen Ställen werden sie verjagt.
Es gibt übrigens auch spezielle Fledermauskästen. Wer sich die putzigen nachtaktiven Tierchen in den Garten holen möchte, der kann versuchen sie durch die Anbringung einer solchen Unterkunft für den Tag dauerhaft von diesem Lebensraum zu überzeugen.
 

Nisthecken pflanzen und unberührt lassen

Nicht alle Vogelarten sind gerne in einem Nistkasten am Baum. Einige bauen ihre luftigen Nester lieber in eine Hecke. Die werden in Wohngebieten und Parks leider viel zu oft geschnitten, sind viel zu dicht für die Bebauung mit einem Nest und es gibt zu viele Störungen. Eine Nist- und Bruthecke dient nicht nur Vögeln als Platz ihren Nachwuchs großzuziehen, sondern auch anderen Tieren einen Rückzugsort, um Rasenmähern und Laubbläsern zu entkommen. Wer die Bepflanzung schlau angeht, bietet den Tieren durch ausgesuchte Sträucher und Stauden auch noch eine Nahrungsquelle. Beerenarten in der Hecke sind auch für den Gartenbesitzer eine super Quelle für Vitamine.
 

Das Winterfell Ihres Tieres als Nestbaumaterial Ausgebürstetes Winterfell in den Baum gehängt.

Gerade jetzt im Frühjahr, wo sich unsere vierbeinigen Freunde gerade im Fellwechsel befinden sind auch die Vögel eifrig am Nestbau. Wenn es dann nochmals kalt wird kann das gefährlich bis tödlich für die Küken sein. Wenn Sie Ihrer Katze oder Ihrem Hund das Winterfell ausbürsten - klammern Sie es doch für die Vögel in einen Baum oder Strauch. Sie glauben gar nicht, wie schnell das Fell von unseren gefiederten Freunden abgeholt wird.
 

Blumenwiesen anpflanzen

Wenn die Vögel den selbst gebauten Nistkasten nicht annehmen, muss das nicht zwingend am Kasten liegen. Es kann auch an ausreichenden Nahrungsquellen, wie Insekten hapern. Diese können auf natürlichem Weg in den Garten gelockt werden. Eine Blumenwiese wirkt wahre Wunder. Sie sieht nicht nur optisch sehr gut aus, sondern sind auch Nahrungsquelle für viele Insekten. Blumenmischungen und Saatgut für diesen Zweck findet sich mittlerweile in jedem gut sortierten Baumarkt und auch online in den verschiedensten Shops. Wer seinen Rasen nicht all' zu regelmäßig mäht und den Gräsern dort die Chance gibt zu blühen, der wird auch hier ein Paradies für Insekten schaffen. Eine Pusteblume im Rasen ist kein Beinbruch, die Blüten des Löwenzahns sind für viele Wildtiere eine leckere Nahrungsquelle. Die Hummeln, Schmetterlinge und anderen Insekten, die sich hier tummeln, dienen wiederum den Vögeln als Nahrungsquelle und werden den Garten so noch attraktiver machen.
 

Nisthilfe und Rückzugsorte für Insekten

Insektenhotels sind die eine Sache. Ein alter Baumstumpf, den man im Garten einfach mal nicht wegräumt, sondern verrotten lässt, ist ebenfalls ein natürlicher Weg um Insekten ein Zuhause zu bieten. Wer Hummeln und Bienen ansiedeln möchte, der kann ausreichend große und tiefe Löcher in einen Baumstumpf bohren und diesen anbieten.


Ist einmal ein Gleichgewicht im Garten geschaffen, kommen Vögel auch im nächsten Jahr gerne wieder um ihren Nachwuchs dort großzuziehen und die Hecke wird von Jahr zu Jahr dichter bevölkert sein. Ein Garten, der ökologisch angelegt ist, braucht langfristig übrigens um einiges weniger Pflege, als einer, der ständig getrimmt und geschnitten werden muss. Von den Freuden, die man beim Beobachten der Tiere hat, mal ganz abgesehen.

Lesen Sie in unserem nächsten Beitrag, wie Sie ein echtes Paradies für Wildtiere anlegen können.



Die Autorin.
Jenny Manegold ist Mama, aktive Tierschützerin und hat zwei Katzen und drei große Hunde.
Sie betreibt einen eigenen Blog ( www.waumama.de ) und wenn es ihre Zeit zulässt schreibt sie außerdem für den tierischen Blog auf www.geliebtes-tier.de
Jenny Manegold
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