Katzenhaare und Fellwechsel

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Bei frei lebenden Katzen findet der Fellwechsel meist zweimal im Jahr statt. Immer dann, wenn sich die Temperaturen extrem verändern, wird es Zeit für ein neues Haarkleid. In der Winterzeit schützt ein puscheliges Fell vor der Kälte. Weiche Unterwolle isoliert und sorgt so dafür, dass es der Mieze nicht zu kalt wird. Genau dieses Fell möchte das Tier dann im späten Frühling wieder loswerden, denn dann wird es eindeutig zu warm in unseren Breitengraden. Die Katze tauscht also dieses Fell gegen ein leichteres Sommerhaarkleid, welches dann eher vor der UV-Strahlung schützt und die Hitze abhält. Katzenbesitzer fühlen diesen Unterschied ganz schnell, denn im Sommer ist die Katze seidig weich und das Fell wirkt geschmeidig. Auch sind oftmals die Oberhaare länger als im Winter. Der Winterpelz hingegen besteht aus kurzen dichten Haaren und durch die Unterwolle ist die Katze schön kuschelig. Was von der Natur als Schutz für das Tier gedacht war, kann für den Menschen allerdings auch lästig werden. Denn so ein Fellwechsel geht natürlich nicht ohne starken Haarverlust vorbei. Zudem sind heute viele Tiere reine Wohnungskatzen. Diese sind oftmals keinen starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, sodass der Fellwechsel sich über das ganze Jahr hinzieht. Lediglich im Hochsommer bei starker Hitze oder bei extremer Kälte fusseln die Tiere dann deutlich mehr als das restliche Jahr über. Und genau dieses starke Haaren wird dann schnell zu einer Herausforderung für den Halter.

 

Ohne Katzenhaare ist man nicht richtig angezogen

So lustig der Spruch auch klingt, viele Katzenbesitzer verzweifeln in der Zeit des Fellwechsels. Denn spätestens, wenn die Farbe der Polstermöbel nicht mehr zu erkennen ist und die T-Shirts aussehen wie Wollpullover, wird es unangenehm. Wenn Besuch ins Haus steht, der keine Katzen hat, möchten die meisten Katzenhalter nicht unbedingt erklären, warum die Wohnung total verfusselt ist. Auch im Job wird es oft schwierig. Katzenhaare auf Anzügen, Kostümen oder Berufsbekleidung im hygienischen Bereich gehen gar nicht. Deshalb müssen oft konsequente Maßnahmen ergriffen werden, um die Haarflut der Katzen einzudämmen. Das Tier selbst kann nichts dafür, dass es sein Fell verliert. Der Mensch ist für die Änderung des Fellwechsels durchaus mitverantwortlich, sodass er dann auch die Konsequenzen tragen muss. Die meisten Katzenhalter tragen dieses Los auch mit Fassung, trotzdem gibt es immer wieder einmal Situationen, in denen sie sich wünschen, dass das Haarproblem besser lösbar ist.

 

Wann macht Bürsten bei der Katze Sinn?

Bürsten erscheint oftmals als die ultimative Lösung, um die losen Haare aus dem Fell zu lösen. Doch nicht bei allen Katzenarten funktioniert dies zufriedenstellend. Katzen mit besonders kurzem Fell können das Bürsten als unangenehm empfinden, da die Borsten direkt mit der Haut in Kontakt kommen. Abhilfe kann da eine Bürste mit weichen Borsten schaffen.

Aber Achtung:
Das birgt auch Suchtpotential :)

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Was aber passieren kann ist, dass die kurzen Haare oftmals gar nicht in der Bürste hängen bleiben. Ein feiner Metallkamm kann dann sinnvoller sein. Allerdings muss dieser dann auch vorsichtig eingesetzt werden, damit die Katze keine Schmerzen hat. Langhaarkatzen mögen Bürsten oftmals sehr. Sie merken sehr schnell, dass die lästigen Haare plötzlich weniger werden und empfinden die Fellpflege als angenehm. Trotzdem sollte der Mensch immer vorsichtig zu Werke gehen. Katzen mögen es gar nicht, wenn es ziept und kneift. Wenn mit der Hand die Haarwurzeln leicht angedrückt werden, lässt der Zug auf die Haut deutlich nach. So können dann auch kleine Haarknoten ausgekämmt werden. Für verfilzte Stellen gibt es spezielle Kämme, die mit Klingen ausgerüstet sind. Diese schneiden die Knoten regelrecht heraus. Diese Entwirrkämme sind vor allem für Rassen mit viel Unterwolle eine echte Hilfe. Kurzhaarkatzen können auch mit einem Gummihandschuh überlistet werden. Kleine Noppen auf der Handinnenfläche sorgen dafür, dass die losen Haare am Handschuh kleben bleiben.
 

Katzenhaare entfernen – so werden Polstermöbel und Kleidung wieder haarfrei

Wie schnell geht es und die Kleidung ist über und über mit Katzenhaaren übersät. Katzen scheinen manchmal zu ahnen, dass ihr Halter sich gerade fein gemacht hat. Dann wird schnell einmal um die Beine gestrichen und die elegante Hose ist voller Haare. Oder Sie nehmen unbedacht die Katze auf den Arm und schon ist das Oberteil total verfusselt. Deshalb haben kluge Katzenbesitzer immer eine Fusselrolle im Haus. Hier sind persönliche Vorlieben das Kriterium zur Auswahl. Es gibt abwaschbare Rollen mit einer klebrigen Gummibeschichtung, die immer wieder verwendet werden können. Andere Rollen sind mit einer dünnen Klebefolie versehen, um die Katzenhaare zu entfernen. Diese wird dann Stück für Stück abgetrennt und weggeworfen. Ein Retter in der Not kann auch Malerkreppband sein. Einfach ein Stück abreißen, leicht spannen und damit die Kleidung abkleben. Die Haare bleiben am Band hängen und es gibt keine Kleberrückstände auf der Bekleidung. Paketband hingegen ist nicht so gut dafür geeignet. Sehr gut gehen Haare auch im Wäschetrockner ab. Wenn die Textilien es erlauben, dann können Sie die Kleidung einfach in ein Kurzprogramm geben. Zuvor leicht feucht einsprühen verbessert das Ergebnis enorm.

 

Couch, Sitzkissen und Co. sind schon schwieriger zu behandeln. Da meist große Flächen voller Haare sind, müssen drastische Maßnahmen her. Saugen Sie nach Möglichkeit erst einmal das Gröbste ab. Dazu eignen sich saugstarke Staubsauger mit speziellen Tierhaardüsen besonders gut. Danach können Sie die verbleibenden Haare mit einem angefeuchteten Mikrofasertuch von den Oberflächen kehren. Durch die feinen Widerhaken der Microfaser bleiben die Katzenhaare hängen und durch die Feuchtigkeit rollen sich die Haare zu kleinen Haarwülsten zusammen, die Sie dann einfach mit der Hand aufnehmen können. Statt des Tuches funktioniert auch ein Gummihandschuh sehr gut.

 

Lästige Haarballen entfernen

Während des Fellwechsels würgen Katzen auch gerne Haarballen aus. Durch das Putzen verschluckt die Katze enorme Mengen an Haaren, die meist nicht den natürlichen Weg im Verdauungstrakt nehmen können. Deshalb erbricht die Katze diese Haare. Seltsamerweise landen die Haarballen fast immer auf Lieblingsteppichen oder gar auf dem Sofa. Ein guter Fleckentferner bekommt zwar die Verfärbungen von Magensäure und Co. wieder heraus, aber besser ist es, wenn die Haarballen erst gar nicht entstehen. Neben dem erwähnten Kämmen und Bürsten gibt es verschiedene Pasten im Handel, die den Durchgang der Haare erleichtern. So landen diese Haare im Katzenklo und nicht auf Ihrem Teppich.
 

So können Sie Vögel beim Nestbau helfen

Wenn Sie Ihrer Katze oder Ihrem Hund mal wieder einen Büschel Haare ausgebürstet haben, werfen Sie ihn bitte nicht einfach weg. Gerade im Frühjahr, wenn die Vierbeiner ihr Winterfell verlieren sind die Vögel fleißig am Nestbau. Dabei helfen ihnen die warmen Haare, ein behagliches Nest zu bauen, das den Küken auch dann noch genügend Wärme bietet, wenn es nochmals zu einem Kälteeinbruch kommt.

Befestigen Sie den Haarbüschel hierfür einfach mit einer Klammer an einem Baum oder an einem Strauch. Die Piepmätze werden sie dankbar abnehmen.

Wenn Sie keinen Baum oder Strauch besitzen können Sie die Haare auch einfach auf einer Wiese ablegen. Auch da werden sie sicherlich von ein paar Vögeln gefunden.

 

 

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