Katzen Zusammenführung leicht gemacht - In 4 Schritten zur Harmonie.

Allein beim Gedanken an die Vergesellschaftung von Katzen stellen sich den meisten Katzenhaltern bereits die Haare auf.
Aber manchmal muss es einfach sein. Erfahren Sie hier, wie es trotzdem klappt.
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Einen Überblick erhalten Sie auch schon in unserem Shorty zum Thema. Kompakt das Wichtigste in rund 350 Worten auf den Punkt gebracht.

 
Ungerechtfertigterweise wird die Katze oft als Einzelgänger beschrieben und davon ausgegangen, dass sie keine Gesellschaft von Artgenossen bräuchte. Doch jede Katze, auch die Charakterstärkste, profitiert von der Anwesenheit anderer Katzen. Der Mensch ist natürlich der wichtigste Bezugspunkt im Leben eines Stubentigers, doch so nah sich Halter und Tier auch stehen mögen, die Sprache der Katzen sprechen eben nur andere Katzen. Deshalb fühlt sich Miez erst dann rundherum wohl, wenn sie solch einen felinen Ansprechpartner hat.
Vor allem bei berufstätigen Dosenöffnern, die tagsüber aus dem Haus sind, kann es für die Katze sehr einsam werden. Katzen sind natürlich gut darin, sich die Zeit zu vertreiben - sie dösen, spielen oder pflegen ihr Fell. Doch unbestritten ist es mit einem Spielgefährten, der bestenfalls auch noch ein Kuschelgefährte ist, viel schöner. Manchmal ist dieser Gefährte auch schon da gewesen, nur leider inzwischen in den Katzenhimmel abberufen worden. Auch dann ist es wichtig, wieder eine zweite Katze ins Haus zu holen.
 

Katzen zusammenführen - wer passt zu wem?

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Welchen Charakter auch immer die Katze hat, die bereits zum Haushalt gehört, sie ist der Chef im Revier. Wenn nun eine zweite Katze angeschafft wird, muss die erste unbedingt in ihrem Rang als Nummer Eins bestärkt werden. Hat die Katze nämlich das Gefühl, durch den Neuankömmling verdrängt zu werden - ihre Position als Chef zu verlieren - dann wird das immer zu Frust und schlimmstenfalls zu Zank führen. Leichter wird das alles, wenn die neue Katze von Temperament und Charakter zu der ersten passt. Denn ein Wirbelwind wird zum Stressfaktor für die Ruhebedürftige, die Abenteuerlustige macht der Furchtsamen das Leben schwer.
Auch das Alter kann entscheidend sein. Ein paar Jahre Unterschied stören Katzen in der Regel nicht, doch kleine Kätzchen und Katzensenioren sind eher nicht so gut zu vergesellschaften. Bei Rasse und Fellfarbe gibt es hingegen nichts zu beachten, denn Katzen scheren sich nicht um Äußerlichkeit.
 

Wissen, wann Schluss ist

Bei aller Mühe und Geduld kann es trotzdem vorkommen, dass sich manche Katzen einfach nicht verstehen wollen. Das Alter mag passen, der Charakter auch, man hat alles richtig gemacht - und doch hören die Kämpfe nicht auf oder eine von beiden wird kontinuierlich gemobbt. Dann ist es wichtig zu wissen, wann man besser das Handtuch werfen sollte. Katzen zusammenführen kann Wochen oder gar Monate dauern, also braucht es einiges an Stehvermögen. Am Ende sollte der Halter jedoch so ehrlich zu sich selbst sein und die zweite Katze wieder weggeben, wenn er merkt, dass kein Frieden einkehrt.
Damit das Risiko gering gehalten wird, gibt es viele Dinge, die beim Zusammenführen von Katzen beachtet werden sollten. Denn auch wenn jede Katze den neuen Hausgenossen erstmal als Eindringling ansieht, so kann der Mensch einiges dafür tun, dass am Ende doch noch eine dicke Freundschaft daraus wird.

 

In 4 Schritten zur erfolgreichen Katzen-Zusammenführung.

1. Schritt: Der Duft

Katzen markieren ihr Revier mit Duftstoffen. Alles in der Wohnung riecht für Miez also nach ihr selbst und gibt ihr das Gefühl von Geborgenheit. Kommt eine neue Katze ins Revier, dann wird diese Duftharmonie gestört. Auch wenn sich mit der Zeit ein Gruppenduft entwickelt, ist die Irritation durch den fremden Geruch erst einmal groß. Hier können Sie ansetzen und bereits vor dem ersten Treffen beide Katzen mit dem Duft der anderen vertraut machen. Schmusedecke oder Katzenbettchen einfach vertauschen, so können sich die Samtpfoten gegenseitig beschnuppern, ehe sie sich überhaupt begegnen.

2. Schritt: Der Einzug

Jetzt wird es spannend. Während die neue Katze mit der ungewohnten Umgebung und dem Verlust ihrer bisherigen Bezugspersonen zurechtkommen muss, wird die alte Katze plötzlich mit einem Eindringling konfrontiert. Das wird beiden nicht besonders schmecken. Um es ihnen leichter zu machen, sollten sie zuerst räumlich getrennt bleiben. So kann die neue Katze das Gebiet erkunden, sich Rückzugsorte suchen und zur Ruhe kommen. Natürlich muss bereits alles für sie hergerichtet sein: Bettchen, Katzenklo, Futterplatz. Wahrscheinlich wird die alte Katze schon neugierig vor der Türe lauern.

3. Schritt: Die Begegnung

Je nach Charakter der Katzen kann schon am selben Tag die Tür geöffnet werden, bei ängstlicheren Miezen vielleicht erst nach ein paar Tagen oder einer Woche. Bitte erschrecken Sie nicht, wenn es zu Gefauche und Geknurre kommt! Bei Aggressivität oder wenn eine der Katzen große Angst zeigt, sollten die beiden erst einmal wieder separiert werden. Geduld ist Trumpf! Sie kennen Ihre Katze am Besten und wissen, wieviel Sie ihr zumuten können. Beim Neuzugang sollten Sie jedoch besonders einfühlsam sein. Immerhin ist sie in einem fremden Revier und braucht viel Rücksichtnahme.

4. Schritt: Die Belohnung

Jedes erwünschte Verhalten muss belohnt werden. Gehen die Katzen friedlich aufeinander zu, dann werden sie überschwänglich gelobt und erhalten vielleicht sogar ein Leckerchen. Wichtig ist, bei den ersten Begegnungen der Stubentiger selbst ganz ruhig zu sein. Tiere spüren es, wenn ihre Menschen gestresst sind und reagieren dann auch oft mit Stress. Also schön gelassen bleiben und jeden freundlichen Nasenstubser sofort herzlich loben. So merken die Miezen, dass alles in Ordnung ist und es sich sogar auszahlt, wenn sie nett miteinander umgehen.
Ein besonderer Trick ist an dieser Stelle, den beiden Katzen ein neues Spielzeug anzubieten. Dies kann auch ein gewöhnlicher Karton sein. Wichtig ist, dass es für beide Katzen neu und deshalb interessant ist. Durch ihre Neugier und den Entdeckerdrang werden die Katzen sich damit beschäftigen und sich dabei spielerisch näherkommen. Wenn dazwischen noch das ein oder andere Leckerchen auftaucht, wird auf diese Weise das Kennenlernen für die Samtpfoten zu einem stressfreien Unterfangen, das Spaß macht.

 

Katzensprache beim Zusammenführen richtig deuten.

Damit Sie schnell und angemessen auf das Verhalten der Katzen reagieren können, ist das richtige Deuten der Katzensprache unerlässlich. Bei einer Vergesellschaftung von Katzen können verschiedene Reaktionen auftreten.
Aufgestellte Nackenhaare
Die Katzen versuchen sich gegenseitig einzuschätzen. Eventuell fangen sie an, sich vorsichtig zu umrunden. Kein Grund für ein Eingreifen. Lassen Sie den Miezen die Zeit, die sie brauchen.

Ignorieren
Wenn die Katzen sich nach dem ersten Beschnuppern plötzlich ignorieren, sich vielleicht zu putzen beginnen oder sich anders beschäftigen, ist das ein sehr gutes Zeichen. Sie zeigen einander damit, dass sie nicht auf Ärger aus sind.

Knurren und Kreischen
Solange die Katzen nicht aggressiv aufeinander losgehen, ist alles in Ordnung. Beruhigen Sie die Miezen und bleiben Sie dabei so gelassen wie möglich. Nach einer Weile wird auch die größte Drama-Queen sich wieder beruhigen.

Kampf
So schwer es sein mag, auch hier sollten Sie erst einmal Ruhe bewahren. Lassen die beiden Kratzbürsten nicht von selbst wieder voneinander ab, dann können Sie durch laute Geräusche, Spielzeug oder Futter den Kampf friedlich beenden.


 

Katzenzusammenführung extrem.

Es gibt Situationen, in denen eine Vergesellschaftung zweier Katzen nicht "so einfach" klappt. Auf diese Situationen gehen wir in unserem 2. Beitrag zum Thema Katzenzusammenführung ein.
 
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