24. Juni 2019 - Katze und Hitze: So kommen Samtpfoten gut durch den Sommer

Katze mit Sonnenbrille und ThermometerAuch Katzen können unter der Sommerhitze leiden - dann ist es an uns, ihnen Erleichterung zu verschaffen.
In diesem Beitrag zeigen wir mögliche Gefahren auf, die von der Hitze ausgehen und stellen Ihnen anschließend Möglichkeiten vor, wie Sie Ihrer Mieze den Sommer angenehmer gestalten können.



Die meisten Katzen sind kleine Sonnenanbeter und lassen sich deshalb gerne von sommerlichen Sonnenstrahlen den Pelz wärmen. Fensterbänke, Balkone und sonnige Terrassen sind nicht umsonst sehr beliebt für ein ausgiebiges Nickerchen. Doch wenn der Sommer mit Rekord-Temperaturen aufwartet, dann kann sich Wärme rasch in Hitze verwandeln und die bekommt den Samtpfoten dann nicht mehr so gut. Besonders kleinere Wohnungen und vor allem Dachgeschosse laden sich in der Sommerhitze auf und machen Mensch und Tier zu schaffen.
Wenn Sie Ihrem pelzigen Liebling die Sommerhitze erträglicher machen wollen, dann gibt es eine Reihe an Tipps und Tricks, die garantiert für Linderung sorgen werden.
 

Wie sich hohe Temperaturen auf Katzen auswirken

Wissenswert für Katzenhalter ist auf jeden Fall, dass ihre Hausgenossen nicht schwitzen können. Die wenigen Schweißdrüsen, über die eine Hauskatze verfügt, sind nämlich nicht zur Temperaturregelung des Körpers gedacht. Katzen nutzen ihre Schweißdrüsen, um Duftmarkierungen zu setzen und ihr Revier damit abzustecken. Ähnlich wie bei Hunden sorgen die Samtpfoten durch hechelnde Atmung für Abkühlung. Außerdem schützen sie sich vor drohender Überhitzung durch die sogenannte Verdunstungskälte. Dieser Effekt tritt ein, wenn sich die Tiere das Fell lecken: Der Speichel verdunstet und kühlt den Körper.
Auf große Hitze reagieren Katzen auch durch eine gewisse Trägheit. Jede überflüssige Bewegung wird vermieden. Das spart Energie und verhindert das Erzeugen von Wärme im Körper. Auf dieses erhöhte Ruhebedürfnis sollte der Mensch unbedingt Rücksicht nehmen.
 

Was für die Katze bei Hitze gefährlich werden kann.

Sonnenbrand
Trotz ihres schützenden Fells kann auch eine Katze einen Sonnenbrand erleiden. Vor allem sind helle, kurzhaarige Katzen gefährdet. Nase und Ohren sind besonders anfällig.
Dehydration
Flüssigkeit ist an heißen Tagen ganz besonders wichtig, sonst trocknet der Körper aus und es drohen Schwäche, Schwindel und sogar Nieren- oder Kreislaufversagen. Nur eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann eine Dehydration verhindern.
Hitzschlag
Eine lange und intensive Sonneneinstrahlung kann bei Mensch und Tier zu einer lebensbedrohlichen Überhitzung führen. Wird nicht früh genug auf die ersten Anzeichen reagiert, kann ein Hitzschlag eintreten und im schlimmsten Fall endet dies tödlich. Wenn Sie folgende Symptome bei Ihrer Katze feststellen, sollten Sie sofort einen Tierarzt aufsuchen:
 
  • Speichelausfluss
  • Herzrasen
  • Erbrechen
  • Teilnahmslosigkeit
  • Bewusstlosigkeit
  • Atemnot
  • Dunkelrotes Zahnfleisch
 

10 Tipps, wie Sie Ihrer Katze die sommerliche Hitze erträglicher machen können.

1. Für Abkühlung sorgen
Katzen ziehen sich im Sommer oft von selbst an kühle Orte zurück, beispielsweise ins Bad oder in den Keller. Die Zimmertüren sollten deshalb stets offenstehen.
Wenn Sie Ihrem Liebling aktiv etwas Abkühlung verschaffen wollen, können Sie ihn ganz einfach mit einem feuchten Waschlappen streicheln - sofern die Katze dies mag. Wenn nicht, dann hängen Sie einige feuchte Handtücher auf, damit sich Miez darunterlegen und die Verdunstungskälte genießen kann.

2. Schattenplätze bieten
Auf dem Balkon sorgt ein Sonnenschirm für Schatten und wer keinen hat, kann sich auch mit einem Regenschirm, der über dem Lieblingsplatz von Miez augespannt wird, behelfen. Auch Freigängern kann man schattige Oasen bieten: Mit Sonnenschirm, Plane oder einer aufgespannten Tischdecke lassen sich schöne sonnengeschützte Liegeplätze schaffen.

3. Durst stillen
Wie bereits erwähnt, ist Flüssigkeit im Sommer das A und O. Freigänger profitieren davon, wenn sie rund ums Haus mehrere Wasserquellen aufsuchen können. Die Trinkmuffel unter den Samtpfoten können mit Katzentrinkbrunnen animiert werden. Oder Sie greifen zu einem Trick: Dem Wasser aus Thunfischdosen und kalter Hühnerbrühe kann fast kein Stubentiger widerstehen.

4. Richtiges Futter
An heißen Sommertagen sollte den Katzen vor allem Nassfutter angeboten werden, denn die Tiere beziehen einen Großteil ihrer Flüssigkeit über die Nahrung. Wichtig: Durch die Hitze bewegen sich Katzen weniger, weshalb die Kalorienzufuhr angepasst werden muss. Am Besten wird das Futter in mehreren kleineren Portionen über den Tag verteilt.

5. Parasitenbefall vorbeugen
Wenn es draußen so richtig warm ist, dann sind Parasiten wie Zecken und Flöhe besonders aktiv. Vorbeugung ist durch sogenannte Spot-On-Mittel möglich, die auf das Fell der Katze aufgetragen werden. Als natürliche Alternative empfiehlt sich Bio-Kokosöl, das durch die enthaltene Laurinsäure Parasiten fernhält.

6. Sonnencreme
Wie erwähnt, können auch Katzen einen Sonnenbrand bekommen. Um vorzubeugen, kann auf Sonnencreme zurückgegriffen werden. Hier ist es wichtig, dass es sich um eine unparfümierte Babysonnencreme handelt. Diese wird dann auf Nasenrücken und Ohren aufgetragen.

7. Freigang abstimmen
Gerade in der Mittagszeit sind die Temperaturen hoch und die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel. Während dieser Zeit kann es sinnvoll sein, die Katze im Haus zu behalten. Für den Freigang sind dann die frühen Morgenstunden sowie der späte Abend besser geeignet. So werden Sonnenbrand und Hitzschlag vermieden.

8. Nicht im Auto lassen
Jedes Jahr sterben Haustiere in überhitzten Fahrzeugen. Häufig trifft es Hunde, doch auch viel zuviele Katzen sind bereits im Auto ihrer Besitzer qualvoll verendet. Bereits bei einer Umgebungstemperatur von 20 Grad kann sich ein Wagen lebensgefährlich aufheizen. Deshalb sollte die Katze niemals im Wagen gelassen werden und längere Autofahrten sind unbedingt zu vermeiden.

9. Intelligentes Lüften
Lüften ist in heißen Sommern manchmal die einzige Chance auf ein einigermaßen angenehmes Raumklima. Morgens und abends sollte ausgiebig stoßgelüftet werden. Das heißt, möglichst viele Fenster und Türen zu öffnen und für Luftzug zu sorgen. Dies bewahrt nicht nur vor der Hitze, sondern auch vor stickiger Luft. Tagsüber sollten die Jalousien geschlossen bleiben, dann heizen sich die Räume nicht unnötig auf.
Wenn nachts die Fenster offen oder gekippt bleiben, dann ist unbedingt auf die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen zu achten. Katzennetz, Kippschutz und Co. schützen Ihren Liebling vor Unfällen.

10. Regelmäßiges Bürsten
Bei hohen Außentemperaturen sind es vor allem Katzen mit üppigem Fell, die unter der Hitze leiden. Hängt die Langhaarkatze dann auch noch mit dem Fellwechsel hinterher, dann kann es im wahrsten Sinne des Wortes "haarig" werden. Unterstützen Sie das Loswerden von losem Fell in jedem Fall durch regelmäßiges, gründliches Bürsten. Die Rechnung ist ganz einfach: Weniger Fell, weniger Wärme. Lesen Sie zu diesem Thema auch unseren Beitrag: Katzenhaare & Fellwechsel.

 
Oder wie wäre es mit einem Riesen-Eis?
Das ist schnell gemacht und ein Spaß für die gesamte (Katzen)-Familie.
Einfach einen Luftballon mit Wasser füllen und ab damit in den Gefrierschrank.
Nachdem er gefroren ist, den Luftballon entfernen (einfach aufschneiden) und die Riesen-Eis-Kugel in eine mit etwas Wasser befüllte Schale geben - und schon kann der Sommerspaß beginnnen.



Noch mehr Tipps, wie Sie Ihre Mieze zum Trinken animieren können, sowie Wissenswertes über Trinkbrunnen haben wir unten für Sie verlinkt.


Die Autorin.
Tina Schiek über ihr Verhältnis zu Tieren: "Ob Hund, Katze oder Rennmaus - ich liebe sie alle."
Wir freuen uns, dass Tina Schiek für unseren tierischen Blog schreibt.

Tina Schiek - Autorin bei www.geliebtes-tier.de
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