Internationaler Katzentag – brauchen wir so etwas wirklich?

Internationaler Katzentag
Als ich im Kalender am 8. August den Weltkatzentag gesehen habe, fragte ich mich, ob so ein Tag wirklich nötig ist. Im ersten Augenblick denken verantwortungsbewusste Katzenhalter eigentlich nur daran, dass das ein Tag ist, der recht überflüssig erscheint. Doch dann habe ich mich gefragt, ob vielleicht mehr dahinter steckt als nur wieder eine clevere Geschäftsidee. Denn natürlich sollen Katzenhalter auch dazu motiviert werden, ihrem Stubentiger an diesem Tag ein neues Spielzeug zu schenken, leckeres Futter aufzutischen und vielleicht einen neuen Kratzbaum oder ein Bettchen kaufen. Doch dann ging mir auf, dass man einfach nur über den eigenen Tellerrand hinausschauen muss. Es gibt immer noch unzählige Länder, in denen die Bedürfnisse von Katzen überhaupt nicht wahrgenommen werden. Selbst hier in Europa gibt es genügend Regionen, in denen Katzen eigentlich eher als Landplage gelten. Diese Tiere sind weit entfernt von dem, was unsere Samtpfoten kennen. Deshalb ist es wirklich wichtig, am Katzentag auf die Katzen hinzuweisen, denen es eben nicht besonders gut geht. Das Bewusstsein der Menschen muss geschärft werden, damit Tiere weltweit ein gutes Leben haben können.

 

Mein Appell zum Weltkatzentag

Wenn man an schlechte Zustände für Katzen denkt, fällt vielen das Streunermeer ein, welches Urlauber in südlichen Ländern erwartet. Hier sind die Katzen oft auf die Mildtätigkeit der Touristen angewiesen. Doch Halt, bevor wir in ferne Länder schweifen, lohnt sich ein Blick nach Deutschland. Ich selbst lebe ja im ländlichen Raum und habe schon viel Tierelend gesehen. Katzen gelten kaum mehr als eine Ratte, nur dass die Katzen sich doch bitte um die Ratten kümmern mögen. Man möchte meinen, dass diese Meinung nur unter der älteren Generation vertreten ist, doch diese Annahme ist leider falsch. Die Einstellung wurde scheinbar weitergegeben und Menschen, die sich um Tiere keine Gedanken machen, greifen nur zu gerne auf Altbewährtes zurück. Deshalb gibt es in Deutschland auch in jedem Sommer eine wahre Flut an Katzenbabys, da die Halter es nicht für nötig halten, die Tiere zu kastrieren. Sie sehen nur die Kosten und nicht den Nutzen. Tierarztbesuche werden als unnötige Geldausgabe angesehen und den Hofkatzen vieler kleiner Höfe geht es noch heute sehr schlecht. Natürlich gibt es Ausnahmen und ich möchte auch gar keine Pauschalisierungen vornehmen, doch Fakt ist, dass das Katzenproblem in Deutschland immer noch massiv vorhanden ist. In den Großstädten gibt es Vereine, die sich nur um Wildlinge kümmern und diese wenigstens kastrieren und füttern, damit das Elend nicht noch größer wird.

Meine Idee zum Weltkatzentag ist deshalb, mal nicht das eigene Tier zu beschenken, dem es hoffentlich jeden Tag gut geht, sondern an die Katzen zu denken, die nicht so viel Glück haben. Ideen gibt es reichlich. Von einer Stellungnahme in den sozialen Medien bis hin zu Spenden an ein Tierheim oder einen Tierhilfeverein ist alles möglich. Versuchen wir doch einmal gemeinsam, die Welt der Katzen direkt vor unserer Haustür ein kleines bisschen besser zu machen.

 

Die Fakten zum Weltkatzentag

Die Idee zum Weltkatzentag stammt vom International Fund for Animal Welfare. Meist machen die Organisationen an diesem Tag vor allem auf die Not von Großkatzen und wild lebenden Tieren aufmerksam. Wie ich jedoch schon in meinem Appell angemerkt habe, lohnt sich, glaube ich, auch der Blick auf die scheinbar gut versorgten Katzen. Seit 2002 wird auf unsere Verantwortung gegenüber Katzen an diesem Aktionstag hingewiesen.

 

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Die Autorin.
Mela Stephan hat selbst 4 Katzen und einen Hund und betreibt eine private Katzen-Nothilfe.
Außerdem ist sie Autorin im Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
Mela Stephan - Autorin beim Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
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