11. Mai 2019 - Frühlingssaison für den Hund – worauf Sie alles achten müssen

Der Frühling wird vermutlich von unseren Vierbeinern genauso sehnsüchtig erwartet wie vom Menschen. Bedeutet es doch meist wieder längere Spaziergänge und interessante Gerüche, die in der Luft liegen. Doch wenn der Frühling beginnt, lauern auch wieder Gefahren und Unannehmlichkeiten auf den Hund, die im Winter nicht gegeben waren. Machen Sie sich und Ihren Hund deshalb unbedingt frühlingsfit, damit Sie gut durch die schöne Jahreszeit kommen.

 

Überfordern Sie Ihren Hund nichtHund beim Joggen.

Wenn das Wetter wieder schöner wird, dann locken Wald und Park mit Entdeckungstouren. Achten Sie bei Ihrem Hund darauf, dass Sie ihn nicht überfordern. Die Kondition der Tiere lässt über den Winter meist deutlich nach. Während der Mensch mit Ausgleichssport dagegen angehen kann, nutzen Hunde die nasse und kalte Jahreszeit meist dazu, ausgiebige Schläfchen zu machen. Deshalb sollten Sie im Frühling darauf achten, dass die Spaziergänge langsam gesteigert werden. Während junge Tiere sich schnell wieder anpassen, sind ältere und kranke Hunde nur langsam in der Lage, wieder Kondition aufzubauen. Für Freunde von Statistiken und Graphen wäre auch der Gesundheits- und Fitness-Tracker von furryfit eine Überlegung wert. Hierzu habe ich im vergangenen Jahr bereits einen ausführlichen Bericht geschrieben.

 

Es summt und brummt in der WieseBiene auf einer Blumenblüte

Fast jeder Hund ist fasziniert davon, was so alles über die Wiesen fliegt und hüpft. Als Halter ist man manchmal gar nicht schnell genug, um alle Gefahren abzuwenden. Achten Sie deshalb vor allem bei Jungtieren und verspielten Hunden darauf, dass sie nicht alles direkt fressen wollen. Bienen und Wespen nehmen solche Angriffe sehr übel und stechen den Hund gerne einmal in die Schnauze. Bei Stichen, die direkt im Rachenbereich sind, sollten Sie deshalb sofort einen Tierarzt aufsuchen, damit der Hund keine Atemprobleme bekommt. Ansonsten reicht es meist, die angeschwollene Stelle zu kühlen. Aber auch dabei gilt, dass Sie sofort zum Tierarzt gehen sollten, wenn die Schwellung bedrohliche Ausmaße annimmt. Verbieten Sie dem Tier also konsequent, nach fliegenden Insekten zu schnappen.

 

Auch der Frühling kann sehr heiß werdenHund im Auto

Man kann es leider gar nicht oft genug sagen, dass Hunde nicht alleine in geschlossenen Autos bleiben sollen. Selbst an einem milden Frühlingstag kann die Sonne den Pkw innerhalb von Minuten aufheizen, wenn ein starker Sonnenstrahl durchbricht. Besorgen Sie sich ein Innenraumthermometer und beobachten Sie einmal die Temperatur. Eine Flasche mit integriertem Trinknapf gehört übrigens zur Grundausstattung des Hundehalters, wenn der Hund im Auto mitfährt.
 
 

Gefahren durch Schneckenkorn, Dünger, Rattengift und Samenkörner

 Alles, was rund um den Garten oder die Felder zu finden ist, kann hochgiftig für den Hund sein. Achten Sie deshalb verstärkt darauf, ob irgendwo etwas Auffälliges herumliegt. Schneckenkorn und Blaukorn-Dünger sind aufgrund der hellblauen Farbe meist einfach zu sehen. Beides ist sehr giftig für den Hund und darf nicht aufgenommen werden. Wenn Hunde daran geleckt haben oder gar etwas fressen, kommt es sehr schnell zu starkem Speicheln, Erbrechen und blutigen Durchfällen. Der Kreislauf kann zusammenbrechen und es ist höchste Eile geboten. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollten Sie immer!! umgehend den nächsten Tierarzt aufsuchen. Falls möglich, nehmen Sie eine Probe des Gifts mit. Auch Saatgut kann solche Gefahren bergen. Durch die Saatgutbeizung werden Saaten mit Pestiziden behandelt, die Ungeziefer und Schädlinge davon abhalten sollen, diese zu vernichten. Leider ist diese Beizung auch für Hunde sehr giftig. Da es zumindest die Auflage gibt, dieses Saatgut auffällig einzufärben, sieht man es meist recht schnell. Auch hier gilt, dass ein sofortiger Tierarztbesuch das Leben retten kann.
 

Auch durch Rattengift kommen immer wieder Hunde ums Leben. Der unsachgemäße Gebrauch dieser Mittel führt immer wieder zu Vergiftungen. Achten Sie deshalb verstärkt auf Warnschilder und lassen Sie den Hund niemals eine Maus oder Ratte fressen. Vor allem in der Nähe von Äckern und Silos wird oft Rattengift ausgebracht. Ebenfalls gefährlich sind Reiterhöfe, landwirtschaftliche Betriebe und Geflügelgehege. Überall an diesen Stellen können Köder ausgelegt sein.
 

 

Gefahren durch Parasiten

Draußen lauern zudem eine Menge Parasiten, die unseren Hunden zusetzen können. Deshalb sollten Sie bei Ihrem Hund immer einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Lassen Sie Ihren Hund niemals aus Pfützen oder stehenden Gewässern trinken. Leptospirose ist eine gefürchtete Krankheit, die sich in der warmen Jahreszeit stark ausbreitet. Die Bakterien verbreiten sich vor allem in flachen Pfützen. Dort lauern auch gerne Giardien. Zwar tötet die Magensäure der Tiere die meisten Erreger gut ab, aber über Verletzungen im Maulbereich kommt es immer wieder zu Infektionen. Während Giardien oft nur lästig und langwierig sind, sind Leptospiren schnell tödlich. Sie befallen Organe wie Leber und Nieren und zerstören diese unwiederbringlich.
 

Wurmbefall gehört ebenfalls zu den Krankheiten, die die warme Saison mit sich bringt. Die meisten Würmer lassen sich schnell und zuverlässig durch Wurmkuren abtöten. Auffälligkeiten über den Kotabsatz sind oft ein Hinweis, sodass schnell eingegriffen werden kann. Lungenwürmer hingegen werden oft lange nicht erkannt. Schnecken verbreiten diese Wurmart sogar über ihre Kriechspuren. Deshalb sollten Sie Ihren Hund niemals eine Schnecke fressen lassen. Doch auch Lecken an Gras und Co. reicht schon, um eine Infektion zu begünstigen. Meiden Sie deshalb von Schnecken befallene Gebiete. Lungenwürmer verursachen meist Hustenanfälle oder Atemnot. Gehen Sie also bei einem Verdacht sofort zum Tierarzt.

Lesen Sie außerdem meinen Artikel über Plagegeister wie Zecken.



Die Autorin.
Mela Stephan hat selbst 4 Katzen und einen Hund und betreibt eine private Katzen-Nothilfe.
Außerdem ist sie Autorin im Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
Mela Stephan - Autorin beim Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
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