07. Mai 2019 - Freigänger während der Brut- und Setzzeit

Zwischen April und Juli bekommen Wildtiere ihren Nachwuchs. Für Hunde herrscht in den meisten Bundesländern Leinenpflicht. Katzen betrifft das offiziell erst einmal nicht. Allerdings können auch Katzenhalter etwas dafür tun, um es den Wildtieren und ihrem Nachwuchs einfacher zu machen.
 

Oft eine leichte Beute. Was hat mein Freigänger mit der Brut- und Setzzeit zu tun?

Natürlich wird auch der größte Kater kein Rehkitz jagen und verspeisen. Auch Frischlinge bleiben meist verschont. Die meisten Katzen leben wohl eh in urbaner Zivilisation und nicht am Waldrand. Trotzdem sind Katzen eben Räuber und gerade in dicht besiedeltem Raum gibt es oft kein natürliches Räuber-Beute-Gleichgewicht. Die Katzen sind einfach in der Überzahl. Das stresst Vögel und deren Junge bei den ersten Flugversuchen ungemein und führt oft dazu, dass der Nachwuchs entweder unterernährt ist oder gar bei Flugversuchen durch unsere Samtpfötchen zu Tode kommt. Auch Nester sind oft vor der Neugier der Katzen nicht sicher und nehmen Schaden. Das möchte sicherlich kein Katzenbesitzer.


 

Was kann ich dagegen tun?

Das einfachste Argument vieler Nichtkatzenbesitzer ist es, den Katzen den Freigang zu streichen, so lange, wie die Brut- und Setzzeit andauert. Besitzer eines Freigängers wissen allerdings, dass das zur Nervenprobe für Mensch und Tier werden kann und oft gar nicht umsetzbar ist. Die Katze jault, fängt vor Langeweile an Wände und Möbel zu zerstören und im schlimmsten Fall ist sie so gestresst, dass sie anfängt zu markieren. Das kann weder im Sinne des Tierschutzes sein, noch im Sinne der Katze.

Trotzdem lassen sich Verluste auf Seiten der Wildvögel vermeiden, wenn man ein paar kleine Tricks und Kniffe beherzigt:
Einige Katzen und Kater kommen sehr gut klar mit einem Glöckchen, welches Wildvögel und Kleintiere warnt, bevor die Katze zuschlagen kann. Dieses Glöckchen muss natürlich an einem sicheren Halsband mit "Notöffnung" angebracht werden. Denn nur dann stranguliert sich die Katze nicht. Ist die Katze eh schon mit Flohhalsband unterwegs, kann dieses gut genutzt werden. Zudem ist mittlerweile bekannt, dass Katzen die meiste Beute in der Dämmerung machen. Das bedeutet, ist der Stubentiger in den Morgen- und Abendstunden drin, kann er die Vögel nicht bei ihrer morgendlichen Futtersuche stören. Denn dann ist das Gras noch nass und die Vögel suchen auf der Wiese und somit auf dem Boden nach Würmern, Käfern und anderem Getier für ihren Nachwuchs. Sie sind oft leichte Beute für lauernde Katzen. Die übrigens nicht nur aus Hunger jagen, sondern oft einfach aus Langeweile und Instinkt. Viele Katzen ernähren sich nicht von den gefangenen Vögeln, sondern lassen sie einfach liegen und bedienen sich dann abends am vollen Futternapf.


Wildvögel haben es in Zeiten, in denen natürliche Lebensräume immer weiter zurück gehen, in denen die Vorstadtgärten betoniert, gepflastert und mit Kieseln gestaltet werden, nicht leicht. Die Populationen gehen zurück und das Artensterben schreitet voran. Auch Insekten finden Vögel nicht mehr überall. Da müssen wir es ihnen nicht noch schwerer machen. Im Gegenteil. Es kann an unzugänglichen Stellen gern Futter und Wasser zur Verfügung gestellt werden. Denn einen gesunden, gut genährten erwachsenen Vogel erwischen Katzen meist erst gar nicht.



Die Autorin.
Jenny Manegold ist Mama, aktive Tierschützerin und hat zwei Katzen und drei große Hunde.
Sie betreibt einen eigenen Blog ( www.waumama.de ) und wenn es ihre Zeit zulässt schreibt sie außerdem für den tierischen Blog auf www.geliebtes-tier.de
Jenny Manegold
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