Entspannt zum Tierarzt mit dem Hund

Mit dem Hund zum Tierarzt zu gehen ist oft kein schöner Ausflug. Trotzdem wird es früher oder später nötig sein. Um den Tierarztbesuch für alle so stressfrei und angenehm wie möglich zu machen, kann man dieses notwendige Übel vorbereiten:
 

Der richtige Tierarzt


Bereits bei der Anschaffung des Hundes steht in vielen To-Do-Listen die Auswahl eines Tierarztes. Im Notfall helfen natürlich diverse Suchmaschinen und das Telefonbuch. Wer allerdings genügend Zeit hat, der sollte sich vorher informieren, vielleicht Freunde und Bekannte nach ihren Erfahrungen fragen und den Tierarzt bereits auswählen, bevor der erste Besuch ansteht. Die Telefonnummer kann für Hundesitter, Ehegatten, Lebensgefährtinnen notiert, die Route oder der Busfahrplan kann im Vorfeld schon einmal durchgegangen oder zumindest vorbereitet werden.

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So können Sie auch dem Hunde-Sitter eine geben, Sie haben immer die Kontaktdaten dabei und vergessen in der Hektik die Medikamente nicht.
 

Die üblichen Handgriffe üben


Hat der Hund irgendwo ein Problem oder Schmerzen, dann muss es möglich sein, ihn dort zu untersuchen. Je toleranter der Partner auf vier Pfoten in dieser Hinsicht ist, desto größer die Chance, dass für eine Untersuchung keine Vollnarkose notwendig ist. Nicht nur für einen entspannteren Tierarztbesuch, sondern auch sonst, sollten Herrchen und Frauchen dem Hund in die Ohren, ins Maul und mal zwischen die Zehen schauen können. Damit das nicht erst geschieht, wenn es schon weh tut, ist es wichtig, das vorher schon mal zu probieren und zu üben. Auch wenn es gerade nichts akutes gibt, sollte man beim Kuscheln regelmäßig in die Ohren schauen und mal dran schnüffeln. Das hat nicht nur den Effekt, dass der Hund sich daran gewöhnt und das beim Tierarzt kein ungeübter Handgriff mehr ist, sondern den angenehmen Nebeneffekt, dass man Entzündungen rechtzeitig erkennt, denn diese riechen unangenehm.
 

Die Ruhe bewahren


Egal, wie nervös der Hundeführer ist. Herrchen muss ruhig bleiben. Bleiben Sie routiniert und tun Sie, als wäre es nichts Besonderes. Denn bekommen die Bezugspersonen Angst oder werden nervös, wird es der Hund spüren. Das ist nicht immer einfach, aber das kann vorbereitet werden. Wer sich vorher damit beschäftigt, was beim Tierarzt passieren wird, welche Impfungen er durchführen möchte und welche nicht und was man bei üblichen Notfällen wie zum Beispiel einer Verletzung zu tun ist, wird weniger böse Überraschungen beim Tierarzt erleben.
 

Maulkorbtraining


Beim Tierarzt treffen Hunde auf aufgeregte Artgenossen, sie machen teilweise unangenehme Erfahrungen und müssen vieles über sich ergehen lassen. Nicht jeder Hund ist auf Anhieb in der Lage sich beim Tierarzt anfassen und untersuchen zu lassen. Damit sowohl dem Tierarzt, seinen Helfern, dem Halter und allen anderen Beteiligten nichts passiert, ist ein Maulkorb durchaus praktisch. Zeigt sich der Hund sehr unsicher oder in der ungewohnten Situation gar aggressiv, ist es das gute Recht der behandelnden Personen zu ihrem eigenen Schutz einen Maulkorb zu verlangen.

Hat der Hund diesen noch nie vorher gesehen und ist es nicht gewohnt einen zu tragen, kann ihn das noch mehr verunsichern und beunruhigen. Maulkorbtraining an sich ist tatsächlich gar nicht so schwierig. Wichtig ist allerdings, dass das gute Stück passt. Es gibt sowohl online, als auch offline verschiedene Gruppen, die bei der Auswahl helfen können. Im Zoohandel findet man leider zu dem Thema nur selten fachkundiges Personal. Wobei der Maulkorb für einmal Tierarzt tatsächlich nicht zu 100% perfekt sitzen muss. Das Training selbst ist durchaus unkompliziert, erfordert aber etwas Zeit:
  • Den Maulkorb erstmal ein paar Tage einfach irgendwo liegen lassen, damit der Hunds sich damit vertraut machen kann. Vielleicht neben dem Körbchen oder neben dem Napf
  • Irgendwann kann man den Hund durch den Maulkorb Leckerlies füttern. Entweder man legt sie rein oder steckt die Finger durch, dmait der Hund sie rausholen muss.
  • Funktioniert das ohne Scheu, kann das Ausharren im Maulkorb belohnt und verlängert werden.
  • Irgendwann kann man ihn vorsichtig verschließen.

ACHTUNG: Die Idee dem Hund mit Beruhigungsmittelchen zu helfen, liegt zwar nahe, ist aber oft keine Gute. Zum einen verändern diese den Allgemeinzustand des Hundes. Denn der kann dann vielleicht apathisch wirken und keiner weiß, ob das nun vom Fieber kommt oder von den Beruhigungsmitteln. Gleiches gilt für andere Vitalzeichen.

Homöopathische Beruhigungsmittel können bei sehr unsicheren Hunden übrigens ein noch größeres ungutes Gefühl auslösen, weil sie einfach bemerken, dass etwas anders ist als sonst. Dann wehren sie sich umso mehr und der Effekt ist eher gegenteilig.

Noch ein abschießender Tipp: (Klaus Koch)
Unsere Mädels mussten in den ersten beiden Lebensjahren so gut wie nie zum Tierarzt.

Das Ergebnis:
Als sie es doch mal mussten, war die Aufregung sehr groß.
Als Konsequenz haben wir uns ein paar mal (mit dem OK des Tierarztes) einfach für ein paar Minuten ins Wartezimmer gesetzt und sind dann wieder gegangen. So haben sie gemerkt, dass man nicht immer gepiekst wird.
 

Die Autorin.
Jenny Manegold ist Mama, aktive Tierschützerin und hat zwei Katzen und drei große Hunde.
Sie betreibt einen eigenen Blog ( www.waumama.de ) und wenn es ihre Zeit zulässt schreibt sie außerdem für den Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
Jenny Manegold
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