Die Reise über die Regenbogenbrücke

Wenn die Katze über die Regenbogenbrücke geht. Heute habe ich einmal ein trauriges Thema, welches zu Unrecht oft ausgeklammert wird. Wir alle wissen, dass Haustiere meist vom Welpenalter bis hin zur greisen Senior bei uns sind. Natürlich will man sich darüber möglichst wenig Gedanken machen, denn jeder Halter hofft auf unzählige schöne Stunden mit seinen Samtpfoten. Aber leider werden auch Hunde und Katzen nicht von Krankheiten verschont und oft fragen mich Katzenneulinge, woran sie denn erkennen können, wann es Zeit ist, die Katze gehen zu lassen. Ein schwieriges Thema, denn kaum jemand möchte sein Tier unnötig leiden lassen. Doch zu früh aufgeben ist ebenfalls keine Option. Deshalb braucht es eine gute Beobachtungsgabe, wann der Zeitpunkt gekommen ist.

Wir mussten vor ein paar Tagen unseren Piraten-Kater gehen lassen. Noch vor knapp 2 Jahren hat er das Entfernen eines Auges super überstanden, doch nun zeichnete sich innerhalb einiger Wochen die nahende Katastrophe ab.

 

Wenn das Tier schwer krank ist

Unfälle sind Schicksalschläge, die man gar nicht kalkulieren kann. Doch auch Krankheiten können uns bei Katzen sehr aufs Glatteis führen. Denn Katzen zeigen ihre Schmerzen sehr wenig. Deshalb ist es wichtig, sehr genau hinzusehen. Meist kündigen sich gesundheitliche Probleme mit Lappalien an. Das Lieblingsfutter wird verschmäht, oder es werden Unmengen gefressen, die Katze ist plötzlich deutlich ruhiger oder unruhiger und auch der Klobesuch kann Hinweise geben. Wird ein Tier plötzlich unsauber, ohne dass ein Umzug oder ein neues Familienmitglied Unruhe in den Haushalt gebracht haben, sind auch das Punkte, die man berücksichtigen muss.

Ein Besuch beim Tierarzt ist immer sinnvoll. Allerdings bin ich der Meinung, dass nicht jede Untersuchung oder Behandlung, die angeboten wird, auch gemacht werden sollte. Wägen Sie ab, gehen Sie ruhig nach Ihrem Bauchgefühl. Ein Blutbild ist meist sinnvoll, kann aber auch schwer täuschen. Unser Pirat hatte super Blutwerte und doch war er sehr krank. Aber man kann ja leider nur im Ausschlussverfahren arbeiten.

Erfahrenere Halter wissen meist von ganz alleine, wann es Zeit ist, aufzugeben. Schlimmer trifft es Neulinge. Hier kann man nur beratend ein paar Tipps geben, doch da jedes Tier anders ist, gibt es bestenfalls Anhaltspunkte.

  • Wenn die Katze die Nahrung aus unersichtlichen Gründen mehr als 48 h verweigert und auch zufüttern nicht hilft
  • Das Tier ist apathisch
  • Sichtbare Schmerzen
  • Dauerhafte Unsauberkeit aufgrund von Schmerzen oder massiven Einschränkungen
  • Drastische Gewichtsabnahme, struppiges Fell, putzen wird komplett eingestellt

Diese Punkte können Anhaltspunkte sein, doch bitte, lassen Sie sich Zeit, lassen Sie sich nicht hetzen, wenn sie unsicher sind. Ihr Tier weiß, dass Sie in seinem Sinn das Beste entscheiden wollen. Manchmal können Schmerzmittel oder Kortison noch einige schöne Wochen ermöglichen, und so den Abschied erleichtern.

Meiner Erfahrung nach sind vor allem die abrupten Todesfälle schwer zu verkraften. Hat man jedoch etwas Zeit, um sich zu verabschieden, akzeptiert man es oft leichter. Behalten Sie dabei aber immer das Tierwohl im Auge und lassen Sie Ihre Katze nicht leiden, nur weil Sie sich der Aufgabe nicht gewachsen fühlen. Liebe bedeutet, dass man das Tier auch gehen lassen muss.


Die Autorin.
Mela Stephan hat selbst 4 Katzen und einen Hund und betreibt eine private Katzen-Nothilfe.
Außerdem ist sie Autorin im Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
Mela Stephan - Autorin beim Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
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