09. Januar 2019 - Die narrischen 5 Minuten bei der Katze.

Die narrischen 5 Minuten bei der Katze. Von der faulen Couch-Kartoffel zum Wirbelwind

Katzenbesitzer kennen dieses Phänomen. Die Katze döst den ganzen Tag auf der Couch, läuft gelangweilt zum Futternapf, rekelt sich ein wenig und legt sich wieder hin. Bis dann plötzlich, ohne ersichtlichen Grund für den Halter die Katze ihre dollen fünf Minuten bekommt. Sie rast durch die Wohnung, beißt in Waden, Hausschuhe oder andere Fellnasen und gebärdet sich wie wild. So schnell, wie der Spuk anfängt, ist er meist auch wieder vorbei. Hinterlassen werden ratlose Menschen und ein kleiner Scherbenhaufen, falls die Katze es besonders wild getrieben hat. Einige verzweifelte Katzenhalter argwöhnen sogar, dass die Phasen immer länger werden.

Scheinbar aus dem Nichts aufgetaucht, stehen Herrchen oder Frauchen ratlos daneben, wenn die Katze ausflippt. Viele unerfahrene Halter vermuten sogar eine Verhaltensstörung oder eine Krankheit. Doch das Verhalten der Katzen ist völlig normal. Wie man es in "geordnete" Bahnen lenken kann, verrate ich Ihnen hier.
 

Warum mutiert die Katze plötzlich zum rastlosen Zerstörer?

Wir sind es von Katzen fast schon gewohnt, dass sie die hohe Kunst des Abhängens bis zur Perfektion beherrschen. Katzen brauchen viel Ruhe und dösen deshalb auch entsprechend viel. In der Natur allerdings ist es nötig, dass die Katze auch genügend Energie hat, um Futter zu jagen. Da das Fangen von Beute nicht ganz einfach ist, braucht das Tier zudem auch tägliche Übung der Reflexe. Deshalb werden die scheinbar faulen Samtpfoten mehrfach am Tag (oder auch in der Nacht) aktiv. Sie haschen nach allem, was sich bewegt, damit sie flink ihre Beute erlegen können. Ist die Katze nun eine reine Wohnungskatze, gibt es meist nicht viel, was sie erbeuten kann. Bis auf die eine oder andere Fliege, die sich in die Wohnung verirrt, ist dort keine Beute. Also sucht die Katze sich automatisch etwas, was Ähnlichkeit mit einem Beutetier hat. Je nach Fantasie der Katze kann das dann eine herabbaumelnde Schnur vom Rollo sein, ein Hausschuh, ein Blatt von der Zimmerpflanze oder etwas anderes, was herumliegt. Die Energie, die sich aufbaut, muss einfach hinaus. Deshalb rasen Katzen oftmals, wie von der Tarantel gestochen durch die Wohnung. Um das zu verhindern, hilft es, der Katze Beschäftigung zu verschaffen.

 

Katzenbeschäftigung gegen Langeweile

Die beste Unterhaltung für eine Katze ist eine weitere Katze. Nichts ist besser als ein Sparing-Partner der gleichen Rasse. Allerdings können zwei lebhafte Katzen auch eine Herausforderung bedeuten. Der Energieüberschuss wird verdoppelt und gerade bei jungen Tieren kann dies schon mal sehr lebhaft werden. Ich hatte ein Geschwisterpaar, welches sich abwechselnd prügelte oder putzte, wenn sie nicht gerade schliefen. Bei solchen Tieren ist es dann wirklich sinnvoll, wenn man zerbrechliche Dinge aus dem Weg räumt. Einzelkatzen, oder Tiere, die nicht miteinander spielen, können auch vom Halter beschäftigt werden. Es gibt tolle Möglichkeiten, vom einfachen Ball bis hin zum Logikspiel zur Futtersuche. Wichtig ist, dass Sie die überschüssige Energie lenken. Das Tier gewöhnt sich schnell daran, dass Sie regelmäßig mit ihm spielen. Eine weitere Möglichkeit ist es, Ihrer Mieze ein Trainingsgerät aufzustellen. Wir nennen das eine "Narrische-5-Minuten-Rennstrecke". Hierbei handelt es sich um einen deckenhohen Kratzbaum, bei dem alles was stört, Liegeflächen, Schlafmulden, etc. fehlt. Wenn Sie einen solchen Kratzbaum zum Beispiel im Flur aufstellen wo weniger zerbrechliche Gegenstände stehen können Sie das Geschehen sehr elegant in diesen Bereich verlagern. Aber achten Sie bitte darauf, dass die Mieze auch wieder Abstiegsmöglichkeiten hat.


Die Autorin.
Mela Stephan hat selbst 4 Katzen und einen Hund und betreibt eine private Katzen-Nothilfe.
Außerdem ist sie Autorin im Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
Mela Stephan - Autorin beim Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
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