13. April 2019 - Den Osterhasen artgerecht halten

Ein Kaninchen sitzt im Gras. Gerade an Ostern sehen wir und unser Nachwuchs sehr viele Fotos von Kaninchen. Im Zoohandel sehen sie super niedlich aus und der Wunsch ein eigenes Kaninchen als flauschigen Freund daheim zu haben, ist durchaus verständlich.

Doch soll nicht nur der Halter glücklich werden, sondern auch das Kaninchen, dann müssen einige Dinge beachtet werden. Leider werden viele Kaninchen noch nicht artgerecht gehalten. Das passiert oft gar nicht mit böser Absicht, sondern oft aus Unwissenheit:
 

Kaninchen sind keine Einzelgänger

Hierin unterscheiden sich Kaninchen von Hasen. Denn Hasen sind Einzelgänger, Kaninchen nicht. Kaninchen sind sehr gesellig und leben in freier Wildbahn in großen Kolonien. Auch in Gefangenschaft brauchen Kaninchen einen Partner. Der sollte übrigens tatsächlich aus einem weiteren Kaninchen bestehen und nicht aus einem Meerschweinchen. Denn die Tiere werden zwar oft gemeinsam gehalten, leben auch meist gut nebeneinander her, können aber nicht miteinander kommunizieren. Beide bleiben also am Ende einsam.

Die Zusammenführung von Kaninchen ist nicht immer einfach. Es ist auch oft nicht die Liebe auf den ersten Blick. Gerade gleichgeschlechtliche Kaninchen sehen sich oft als Konkurrenz. Am besten funktionieren wohl Pärchen aus einem kastrieren Rammler und einem Weibchen. In größeren Gruppen ist die Wahrscheinlichkeit für ein harmonisches Miteinander übrigens um einiges höher, wenn es in der Gruppe mehr Weibchen als Männchen gibt.
 

Kaninchen brauchen Platz

Die üblichen kleinen Metallkäfige können nur eine Notlösung sein. Auch wenn sie in der Zoohandlung angeboten werden, um Kaninchen darin dauerhaft zu halten, sind sie alles andere als artgerecht. Die Tiere wollen hoppeln und laufen. Sie sind sehr bewegungsfreudig und selbst, wenn sie ein ausreichend großes Gehege haben, sind sie dankbar über Freilauf im Zimmer oder Garten. Eine Faustregel besagt, dass für zwei Kaninchen ein Gehege von etwa vier Quadratmetern benötigt wird. Da braucht man nicht zu erwähnen, dass auch die üblichen Hasenställe eindeutig zu klein sind. Mehrere Etagen machen übrigens eine kleine Grundfläche nur bedingt wett. Denn hier haben die Kaninchen nicht die Möglichkeit auch mal eine gewisse Strecke zu laufen.

Draußen sollte man beim Anlegen des Kaninchengeheges darauf achten, dass es in der Natur eines Kaninchens liegt zu graben. Das bedeutet, dass das Gehege auch nach unten hin abgesichert werden muss. Außerdem darf man nicht vergessen, einen schattigen Bereich einzurichten.
 

Beschäftigung gegen Langeweile

Ein gleichartiger Freund und ein großes Gehege, das permanent gleich ausschaut und riecht, machen noch kein ausgelastetes und glückliches Kaninchen. Dabei ist es so einfach, den kleinen Nagern etwas Abwechslung ins Haus zu bringen. Ein bisschen Laub, ein paar frische Zweige von draußen und vielleicht das ein oder andere Spielzeug, in dem Futter versteckt werden kann, beschäftigen die Kaninchen und bieten ihnen etwas Kopfarbeit. So kann Futter in alten Rollen Toilettenpapier oder Küchenrolle versteckt werden. Bei Pflanzen, die man aus dem Garten mit nach Hause bringt, ist ein wenig Vorsicht geboten. Denn nicht alle tun den Kaninchen auch wirklich gut. Die ein oder andere ist wirklich giftig. Geeignet sind:
  • Eiche
  • Obstbäume wie Apfel und Birne
  • Erle
  • Esche
  • Birke
  • Linde
  • und Haselnuss

Generell kann man den Kaninchen über Futter einiges an Abwechslung bieten. Im Grunde braucht kein privat gehaltenes Kaninchen das Körnerfutter, welches die Zoohändler und Tierfutterhersteller so anpreisen. Wer es schafft die Kaninchen mit Frischfutter und Heu ganzjährig zu ernähren, bietet ihnen eine viel artgerechtere Ernährung.


Natürlich sind Kaninchen kein gutes Ostergeschenk. Aber wenn die Anschaffung gut überlegt ist, können die Tiere bis zu 14 Jahre ein super Begleiter sein. Man sollte sie übrigens nicht unterschätzen. Einige von ihnen werden sogar stubenrein und lernen kleine Tricks wie Männchen oder einen kleinen Teppich aufzurollen.


Die Autorin.
Jenny Manegold ist Mama, aktive Tierschützerin und hat zwei Katzen und drei große Hunde.
Sie betreibt einen eigenen Blog ( www.waumama.de ) und wenn es ihre Zeit zulässt schreibt sie außerdem für den tierischen Blog auf www.geliebtes-tier.de
Jenny Manegold
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