Das Tom und Jerry Syndrom

Das Bild zeit einen erschreckten Tom (Tom und Jerry)Wer kennt sie nicht, die lustigen Zeichentrickfiguren Jerry die Maus und Tom den Kater. Jerry macht ein lautes Geräusch und Tom erstarrt in der Luft und fällt um.
Reagiert Ihre Katze auch manchmal so auf bestimmte Geräusche? Fällt sie beim Klirren eines Löffels einfach um?

Definition: Tom und Jerry Syndrom
Der medizinische Ausdruck für das Tom und Jerry Syndrom lautet „Feline audiogene Reflexepilepsie“ (FARS). Bei dieser Sonderform der Epilepsie leiden die Katzen unter einer degenerativen Erkrankung des Nervensystems. Dadurch fallen sie bei bestimmten Geräuschen steif um. Die Reizentstehung und Weiterleitung der Impulse sind durch eine chronische Veränderung der Myelinscheiden der Nerven gestört. Die Muskeln krampfen. Betroffen sind vor allem Tiere, die älter als zehn Jahre sind. Es besteht auch eine Rassedisposition. FARS tritt vor allem bei Birma Katzen auf.

 

Wodurch wird das Tom und Jerry Syndrom verursacht?

Die Anfälle werden durch leise, hochfrequente Geräusche, wie raschelnde Alufolie, Klirren von Glas und Porzellan, Plastiktüten oder die Geräusche einer Computertastatur ausgelöst. Vor allem die Frequenzbereiche, die im Ultraschallbereich liegen, können eine überschießende Aktivität der Neuronen im Gehirn und Krämpfe der Muskulatur verursachen. Daher sind auch für normale Frequenzen taube Katzen von FARS betroffen.

 

Welche Symptome treten bei der felinen audiogenen Reflexepilepsie auf?

Finden im Gehirn stärkere Entladungen statt, werden eher leichtere Anfälle verursacht. Die Katze bleibt erstarrt stehen und starrt sekundenlang ins Leere. Der Kopf wird geschüttelt. Durch Kaubewegungen tritt schaumiger Speichel aus dem Mund aus. Die Muskeln von Rumpf und Extremitäten zucken.
Bei stärkeren Anfällen sind die Pupillen geweitet. Die Katze fällt um und verliert für einige Minuten das Bewusstsein. Schwere Krämpfe treten auf. In dieser Phase kann die Katze durch Krämpfe der Kaumuskulatur auch zubeißen. Harn und Kot werden unwillkürlich abgesetzt.
Nach den Anfällen sind die Katzen desorientiert und verwirrt. Sie suchen die Nähe des Menschen und benötigen verstärkte Zuwendung.

 

Wie kann das Tom und Jerry Syndrom behandelt werden?

Treten die Anfälle häufiger auf, müssen der Katze regelmäßig Medikamente eingegeben werden. Durch die Verabreichung von Antiepileptika, wie zum Beispiel Leviracetam, wird die starke Übererregbarkeit der Neuronen verringert. Botenstoffe, die die Reizweiterleitung entlang der Nervenzellen hemmen, werden verstärkt ausgeschüttet.
Da das Tom und Jerry Syndrom nicht geheilt werden kann, müssen die Medikamente lebenslang verabreicht werden. Sobald die Dosierung der Antiepileptika gut eingestellt ist, ist die Lebensqualität der Katzen nicht beeinträchtigt.



Die Autorin:
Dr. med. vet. Andrea Triebl ist Tierärztin und hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Seit August 2019 schreibt sie für den tierischen Blog auf www.geliebtes-tier.de
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Das Bild zeigt eine Cartoon-Schlange, die große Augen macht.

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