Das Fettlebersyndrom der Katze

Viele Katzen leiden unter einer Fetteinlagerung in der Leber. Von dieser hepatischen Lipidose sind aber nicht nur übergewichtige Tiere betroffen. Auch Jungtiere und säugende Mutterkatzen können erkranken.
 

Welche Aufgaben hat die Leber?

Die Leber ist ein wichtiger Bestandteil des Verdauungssystems. In dem Organ werden Nährstoffe aus dem Blut filtriert, zur besseren Verwertung durch die Zellen umgebaut und gespeichert. Der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) wird zu Gallenfarbstoffen abgebaut. Gemeinsam mit in der Gallenblase gespeicherten Gallensäuren werden diese in den Dünndarm abgegeben, um in der Nahrung enthaltene Fette aufzuspalten. Aber die Leber erfüllt nicht nur eine wichtige Funktion bei der Verdauung der Nahrung. In den Leberzellen befinden sich Enzyme, die die meisten Giftstoffe abbauen können.
Da die Leber eine sehr wichtige Funktion erfüllt, ist ihre Regenerationsfähigkeit sehr hoch. Zerstörte Leberzellen können sich innerhalb kurzer Zeit erneuern. Erst wenn mindestens 70 Prozent des Lebergewebes geschädigt sind, treten Krankheitserscheinungen auf.

 

Warum entsteht ein Fettlebersyndrom?

In der freien Natur fressen Katzen mehrere Beutetiere pro Tag. Für die Jagd müssen sich die Tiere bewegen oder angespannt lauern. Da auch meistens kein Überangebot an Nahrung vorhanden ist, stellt Übergewicht für freilebende Katzen kein Problem dar. Daher war es im Lauf der Evolution nicht notwendig, Enzyme zu entwickeln, die Fett in der Leber zu Energie abbauen können. Die Energie aus den Beutezellen wird immer sofort direkt von den Zellen verwertet.
Frisst eine Katze nicht oder nur geringe Mengen, beginnt ihr Körper, Fett aus den Fettspeichern zu lösen. Diese Fette können von der Leber aufgrund fehlender Enzyme nicht zu Energie abgebaut werden. Sie lagern sich in die Leberzellen ein. Ein Fettlebersyndrom ist die Folge.

 

Was sind die Ursachen für eine Fettleber?

Jede Erkrankung, die zu einer verringerten Futteraufnahme führt, kann eine Fettleber verursachen. Dazu gehören Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Magen- Darmerkrankungen, Zahnprobleme, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Tumore. Auch eine Fütterung mit viel Getreide oder Zucker trägt zur Entstehung einer Fettleber bei.

 

Welche Symptome treten bei einer Fettleber auf?

Die Katze hat keinen Appetit und verweigert das Futter. Da die Verdauung im Magen-Darmtrakt gestört ist, leidet das Tier unter Erbrechen und Durchfall. Die Katze verliert Gewicht. Durch die Einlagerung von Fett vergrößert sich die Leber. Die Oberfläche des Organs ist mit gelben Punkten übersät. Gallenfarbstoffe lagern sich in der Haut und den Augen ab. Die Gelbfärbung des Gewebes ist deutlich zu erkennen. Da die Leber ihrer Funktion als Entgiftungsorgan nicht mehr nachkommen kann, lagern sich Giftstoffe im Gehirn ab. Schließlich tritt der Tod durch Leberversagen ein.

 

Wie wird eine Leberverfettung diagnostiziert?

Ist das Lebergewebe zu einem Großteil zerstört, steigen die Werte der Leberenzyme im Blut an. Im Ultraschall kann die Fetteinlagerung in der Leber gut dargestellt werden.

 

Wie kann eine Leberverfettung behandelt werden?

Damit die Leberverfettung nicht weiter fortschreitet, müssen die Katzen zwangsgefüttert werden. Hochwertiges Eiweißfutter wird mit einer Sonde, die das Futter direkt in den Magen leitet, verabreicht. Infusionen mit Nährstofflösungen und Antibiotika verhindern eine Entzündung des Lebergewebes.
Wird bei einer Leberverfettung sofort mit einer intensiven Therapie begonnen, besteht eine geringe Chance auf Heilung. Meistens führt die Leberverfettung in kurzer Zeit zum Tod der Katze.

 

Was können Sie einer Leberverfettung bei der Katze vorbeugen?

Setzen Sie Ihre Katze nie auf eine radikale Diät. Der Satz „Lass Sie halt einige Tage hungern, dann frisst sie schon“ kann fatale gesundheitliche Auswirkungen auf Ihre Katze haben. Lehnt Ihre Katze eine Futtersorte länger ab, versuchen sie, ihr eine andere Sorte anzubieten. Leidet Ihre Katze an Übergewicht, sollte sie nur langsam abnehmen. Besonders gut dazu geeignet ist eiweißreiches Futter.
Sollte Ihre Katze das Futter verweigern oder länger nur einen geringen Appetit zeigen, sollte sie immer von einem Tierarzt untersucht werden. Nur so können die Ursachen für die Futterverweigerung herausgefunden und Spätschäden durch eine Leberverfettung vermieden werden.



Die Autorin:
Dr. med. vet. Andrea Triebl ist Tierärztin und hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Seit August 2019 schreibt sie für den tierischen Blog auf www.geliebtes-tier.de
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Das Bild zeigt eine Cartoon-Schlange, die große Augen macht.

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