14. März 2019 - Darf ich meine Freigängerkatze bei jedem Wetter herauslassen?

Ob man an einen Klimawandel glaubt oder nicht, ist in diesem Fall irrelevant. Fakt ist, dass das Wetter ziemliche Kapriolen schlagen kann. In den letzten Jahren haben Naturereignisse wie schwere Stürme oder Überschwemmungen auch hierzulande zugenommen. Wer wie ich eine Freigängerkatze hat, fragt sich dann häufiger, wann man die Samtpfoten rauslassen kann und wann sie lieber in der Wohnung bleiben sollten.

 

Gerade sehr freiheitsliebende Katzen können sehr viel Stress machen, wenn sie nach draußen wollen. Viele Halter geben dann nach und machen sich anschließend Sorgen, ob die Entscheidung richtig war. Ich für meinen Teil versuche immer, halbwegs logisch an die Sache heranzugehen. Viele Ereignisse werden von Menschen als unangenehm oder bedrohlich wahrgenommen, die eine Katze gar nicht erschüttern. Ich habe auf dem Land sehr viele Katzen erlebt, die sich mit allen Naturgewalten auseinandergesetzt haben und dabei nicht zu Schaden kamen. Trotzdem wäre es unverantwortlich, das Tier jederzeit herausgehen zu lassen.

 

Wann sollte die Katze lieber in der Wohnung bleiben?

Bei extremen Wetterlagen sollte die Katze im Haus bleiben. Ich habe es mir zur Faustregel gemacht, bei sämtlichen extremen Wetterlagen gut hinzuschauen. Einige Dinge sind gefährlicher als andere, da die Katzen die Gefahren auch nicht immer einschätzen können, bzw. keine Möglichkeit haben, sich dagegen zu schützen. So ist extremer Regen bei eisiger Kälte für mich ein Grund, die Katze im Haus zu belassen. Die Nässe alleine wäre nicht das Problem, aber wenn das Tier zusätzlich auskühlt und sich nirgends unterstellen kann, ist die Gesundheit in Gefahr. Leider haben wir keine Möglichkeit für eine Katzenklappe, sodass ich dann lieber einmal die Freiheit beschränke, bevor der arme Kater hoffnungslos auskühlt. Trockene Kälte hingegen ist gar nicht so das Problem. Katzen vertragen Minustemperaturen sehr gut, wenn sie regelmäßigen Freigang gewöhnt sind. Denn nur bei regelmäßigem Aufenthalt im Freien kann sich das Fell richtig anpassen. Stubenhocker sollten also möglichst nicht bei klirrender Kälte einen längeren Ausflug machen.

 

Bei Sturm ist ebenfalls Hausarrest angesagt. Umherfliegende Äste, Dachziegel und Co. sind für die Katzen ebenso gefährlich wie für Menschen. Wenn also der Wetterdienst eine Sturmwarnung herausgibt, dann ist mal wieder ein Wohnungstag angesagt. Das schont übrigens auch immer meine Nerven, denn ich neige dazu, mir Sorgen um meinen Freigänger zu machen.

 

Gewitter hingegen sind meist kein Grund, die Katze im Haus zu behalten. Die meisten Tiere haben ihre Unterschlupfmöglichkeiten und nutzen gerne jede regenfreie Minute, um auf Entdeckungstour zu gehen. Viele Samtpfoten sind allerdings auch wasserscheu und wollen freiwillig gar nicht vor die Tür, wenn es regnet. Überlassen Sie also die Entscheidung Ihrer Katze, wenn Unterschlüpfe in der Umgebung vorhanden sind.

 

Extreme Hitze kann auch ein Grund sein, den Freigang einzugrenzen. Allerdings sind Katzen Wüstentiere und vertragen deutlich mehr Wärme als die meisten Menschen. Gesunde Katzen können also durchaus rausgehen, selbst wenn die Sonne es wirklich gut meint. Ausnahmen sind kranke Tiere und sehr helle Katzen, die einen Sonnenschutz an Nase und Ohren brauchen, da ansonsten Hautkrebs droht. Die meisten Tiere sind von alleine so schlau, dass sie sich in der Mittagssonne im Schatten aufhalten.

 

So beschäftigt man einen Freigänger in der Wohnung

Generell finde ich es sehr sinnvoll, die Katze auch an die Wohnungshaltung zu gewöhnen, denn egal ob Wetter , Krankheiten oder andere Gründe, es kann immer einmal sein, dass das Tier lieber drinnen bleiben sollte. Katzen, die dies gewöhnt sind, finden sich viel besser damit ab. Hilfreich sind natürlich Spielkameraden, denn alleine ist es viel zu langweilig. Auch Spielsachen helfen der Katze, die Langeweile zu überwinden. Kuschelstunden mit dem Lieblingsmenschen sind übrigens fast immer ein Argument, um die Katze davon abzuhalten, rauszugehen. Bieten Sie einen Kratzbaum, ein Kratzbrett oder eine Pappe an, damit die Möbel nicht leiden müssen. Ansonsten finden sich viele Katzen problemlos damit ab, dass der Freigang kurzfristig einmal eingeschränkt wird. Denn schließlich können die Pelznasen dann besonders ausgiebige Nickerchen machen und sich in aller Ruhe putzen.


Die Autorin.
Mela Stephan hat selbst 4 Katzen und einen Hund und betreibt eine private Katzen-Nothilfe.
Außerdem ist sie Autorin im Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
Mela Stephan - Autorin beim Hunde- und Katzen-Blog auf www.geliebtes-tier.de
Mehr von Mela Stephan


Das könnte auch interessant für Sie sein.